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Leipzig, 11.09.2026, Ralf Heckel
Diese Woche stand ganz unter dem Stern der Raumfahrt. Sie begann am Montag, dem 7.9.2026 im Delphi-Lux Filmpalast mit einem Podium der Bertelsmann-Stiftung zu dem Thema „Space-Politics 2.0“. Geladen hat als Moderator der Direktor der transatlantischen Beziehungen der Bertlesmann-Stiftung Nordamerika, Herr Anthony Silberfeld. Im Podium: Cosma Heckel (19, ISEI, aspiring Astronaut), NASA-Astronautin Heidemarie Stephanyshyn-Piper und ESA-Astronaut Dr. Gerhard Thiele. Nach einem Film begann um 17 Uhr eine 90-minütige Diskussionsrunde vor ca. 60 Besuchern. Unser Mitglied und langjährige Moonbuggy-Konstrukteurin und -Pilotin, konnte sich scharfsinnig und wortreich in Englisch behaupten. Mehr auf Video.
Am Freitag dem 11. September 2026 besuchte dann dieselbe NASA-Astronautin als erste US-Astronautin/Astronaut überhaupt die Messestadt Leipzig. Sie hat nun eine bewegte Woche durch das Lang hinter sich und besuchte Berlin, Speyer, Kaiserslautern und Schloss Hohenkammer.
Nach einem kurzen Flyby am Geburtshaus des in Leipzig geborenen NASA-Wissenschaftlers Prof. Dr. Jesco von Puttkamer in der Salomonstraße erreichte sie kurz vor 14 Uhr den gleichnamigen Campus in der Wurzner Straße 4. Die Kinder empfingen die 63-jährige überraschte Astronautin jubelnd mit einem selbstgemalten „Welcome to MARS“ – Banner und schüttelten ihr begeistert die Hände. Eltern, Mitglieder, Mitarbeiter der US-Botschaft Berlin und des US-Generalkonsulates Leipzig sowie Medien schauten entzückt zu.
Dann ging es in den Seminarraum des Space Hotels zum Warm-Up. Der Gründer und Vorsitzende des International Space Education Institutes (ISEI), Ralf Heckel sprach einige Worte über die inzwischen 21-jährige Geschichte des internationalen Brückenbaus für die Jugend durch die Welt. Die Astronautin in der Mitte beantwortete dann die neugierigen Fragen der 15 Kinder im Alter von 6-12 Jahren. Es ging um Training, Schwerelosigkeit und Essen. Für jeden gab es ein Stückchen Astronauten-Eis zum Probieren. Manche Fragen beantwortete „Heidi“ sogar in Deutsch und Ukrainisch. Sie hat dieselben Wurzeln durch ihre Eltern.



Um 14:46 Uhr wurde eine Schweigeminute für die Opfer des 11.9.2001 in New York eingelegt. Das ist der 25. Jahrestag. Ein paar Worte dazu vom Institutsleiter und der Astronautin machten Eltern und Kinder betroffen. Einige haben ähnliche Erfahrungen mit Krieg und Vertreibung in der Ukraine und Eritrea. Es sollte manche Träne.
Zur Auflockerung gab es eine Überraschung. Vor 20 Jahren trafen die SchülerInnen unseres Institutes bereits schon einmal die Heidi, damals mitten im Training für ihre erste Mission STS-115. 2 Fotos aus dem NBL in Houston (Wassertank zum Training) wurden der überraschten Astronautin vorgelegt die prompt sagte: „Ja das bin ich!“ Sie bekam damals davon gar nichts mit, weil unsere Schülergruppe hinter einer Glasscheibe stand. Heute sind aus dieser Leipziger Generation Piloten, Wissenschaftler und Physiker geworden und diese arbeiten zwischen Kanada und Neuseeland.

Gegen 15:20 Uhr dann ging es nach draußen. Heidemarie ist die erste Solar-Installateurin im All, dockte heute vor exakt 20 Jahren an die ISS an und installierte dort mit ihren Kollegen die 2. große Solaranlage mit den Traversen P3 und P4. Vor 2 Jahren hat unser Campus der ISS ein Funktionsdenkmal an der Südfassade gebaut, eine ähnlich aussehende Solaranlage. Diese reicht 17 Meter hoch und ist damit dennoch 4 Mal kleiner als nur ein einziger von 4 Doppelmodulen auf der ISS. Heidi ließ es sich nicht nehmen, eines der unteren Solarmodule zu signieren.
Auf den Campus stellten dann die SchülerInnen ihre Arbeiten aus dem Sommercamp 2026 vor. Sie luden zum Fahren mit dem Moonbuggys unserer 20-jährigen Geschichte der NASA-Roverchallenge ein. Der 12-jährige Jesco bot einen Ausflug mit dem von ihm entworfenen und gebauten Cyberbug (ein kleiner elektrischer Cybertruck) an. Er entwarf hierfür auf dem Ingenieurprogramm Solid Works 60 Teile und druckte diese hundertfach aus. Im Team wurde das Fahrzeug in 2-jähriger Kleinstarbeit montiert. Die Astronautin und auch die US-Gesandten waren erstaunt über das ausgezeichnete Talent der heute 10-12-jährigen.











Um 16:20 Uhr folgte dann eine Fotosession mit jedem Besucher und der Astronautin neben der größten horizontalen Sonnenuhr Europas, deren Zeiger eine Rakete ist. Diese Bilder wurden anschließend umgehend entwickelt und konnten noch vor der Abreise von Heidi persönlich signiert werden.
Um 16:20 Uhr begann nach einem kleinen Rundgang durch das Polytechnikum und die Werkstätten dann schließlich der lang erwartete Vortrag der Astronautin in der neu eingerichteten Halle 4. Es wurde eine Aluminium-Traverse aufgebaut. Diese schwebt nun über den Köpfen der ca. 50 Zuschauer und trägt Solarmodule, Lampen und einen Projektor. Ein Space-Shuttle schwebt von oben mit geöffneter Ladebucht herein. Dieses ist die originale Kulisse aus dem WDR-Studio Köln der 1980er Jahre unter der bereits der Raumfahrtjournalist Günther Siefarth moderierte. Vorn an der weißen Wand wurde die Präsentation projektiert, gesäumt von 2 mannshohen detailgetreuen Modellen der neuen Mondraketen Artemis und Starship inclusive ihren Starttowern im Maßstab 1:96.
Heidi startete unter diesem heimatlichen Eindruck ihren Vortrag und erzählte von ihrer Schule, Ausbildung als Kampftaucherin der Navy, dem Training als Astronautin und ihren Missionen. Eindrucksvoll startete der Space-Shuttle mit Lautsprecher-Donner auf der Leinwand. 30 Minuten lang waren die Zuschauer gefesselt von den Erfolgen und kleinen Missgeschicken wie das Davonfliegen der Werkzeugtasche während der Montage der Solarmodule. Genau hier zeigte sich aber auch, dass Improvisationsvermögen wichtig ist. Mission accomplished.
Um 16:55 Uhr ergriff Edward Cox (Acting Public Engagement Counselor at the U.S. Embassy in Berlin) das Wort. Seine beeindruckende Rede reflektiert die 20-jährigen Bemühungen des ISEI im Kontext internationaler Ziele und ist hier einsehbar.
Um 17 Uhr beginnt dann die offizielle Award-Zeremonie. Die Schüler des Sommercamps 2026 und der 1. International Roverchallenge werden von der Astronautin persönlich ausgezeichnet. Die Gewinner sind:
Platz 1 „Range-Test“ im Cyberbug Pilot Jesco Heckel 12 und Team Micronauts
Platz 1 „Range-Test“ im Moonbuggy Pilotin Cosma Heckel (19) mit Ela (18)
Platz 1 „Speed-Test“ im Moonbuggy Pilot Leonardo Unverricht (12)
Platz 2 „Speed-Test“ im Moonbuggy Pilot Michael Schneidereit (10)
Platz 1 „Obstacle-Test“ im Moonbuggy Jesco Heckel und Leonardo Unverricht
Nicht anwesend konnte das Team Bellatrix aus Istanbul sein, denen wir hiermit aber alle herzlichsten Grüße senden.

Eine Überraschung gab es dann für die Astronautin Heidi auch noch. Für den heutigen 20. Jahrestag des Andockmanövers an die ISS haben sich die Schülerin Cosma (12) und Mitglied sowie 3D-Druck-Ausbilderin Kathrin Studt (47) etwas Besonderes einfallen lassen. Der 12-jährige Jesco überreichte ihr ein selbstentwickeltes 3D-Modell des STS-115-Missionlogos, welches aufwendig im Mehrfarbdruck (nur der Druck allein dauerte bereits 24h) hergestellt wurde. Der kleine Jungingenieur Jesco genoss sichtlich die überraschte Astronautin und war dabei ganz stolz. Auch für die gehörlose Kathrin Studt (eine begnadete Modellbauerin, CNC-Maschinenführerin und ehrenamtliche Ausbilderin bei uns) war dieser Moment etwas ganz Besonderes.
Um 17:10 Uhr dann gab es endlich die Autogramme wieder im Space Hotel. Die US-Botschaft hatte schon einen Stapel vorbereitet. Jeder war heiß darauf. Zusätzlich gab es die gerade fotografierten und signierten Fotos vom Campus. Einige Mitglieder hatten auch Bücher und Ersttagsbriefe mit dabei.

Gegen 17:30 Uhr hieß es dann Abschied nehmen. Es gab einen Strauß Blumen und herzliches Händeschütteln. Die Schüler wollten sie gar nicht mehr gehen lassen. Dann wartete der ICE. Im Tesla ging es dann zum Hauptbahnhof. Heidi sagte „Das war ein außergewöhnliches Treffen“ und bemerkte erstaunt: „Ich fahre auch Tesla“ bevor sie im Gewühl des größten Kopfbahnhofes Europas verschwand. Morgen fliegt sie zurück nach Hause, nach Minnesota.
Nach Sigmund Jähn (Intercosmos) und Nikolai Budarin (Roscosmos) war das der dritte Mensch aus dem All in der Messestadt Leipzig und die/der erste US-Astronaut(in) der NASA. Wir sind froh, dass Heidi mit ihrem Auftreten unser starkes Geschlecht, die Mädchen, besonders beindrucken konnte.
Aus Leipzig stammen 5 NASA-Ingenieure, die maßgeblich an der Mondlandung, dem Apollo-Soyuz-Testprojekt, dem Bau der Space Shuttles und dem Bau der ISS beteiligt waren. Heute zeigte die jüngste Generation, dass sie in diesen Fußstapfen stehen und außergewöhnliche Kompetenzen in Ingenieurwesen der Luft- und Raumfahrt besitzen.
Vielen Dank an die Unterstützung für diesen außergewöhnlichen Tag durch die US-Botschaft Berlin, das US-Generalkonsulat in Leipzig und dessen Youth Council, sowie alle Mitglieder, die sich für diesen Tag engagierten. Ein Dank gilt auch den Medien Leipzigs, die dieses Ereignis trotz vieler gegensätzlicher Ereignisse dieses Tages würdevoll spiegelten. Heute waren Freunde da, so wie wir die USA als Freund und Partner seit vielen Jahren kennen.
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