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Nachruf für Prof von Puttkamer
Am Montag dem 4.02.2013 fand im NASA-Hauptquartier in Washington die Gedenkfeier des plötzlich über die Weihnachts-feiertage verstorbenen Prof. Dr. von Puttkamer statt. Organisiert wurde diese Zeremonie von den Kollegen Puttkamers Sam Scimemi und Susann Essington. Es waren alle Mitarbeiter der E-Street 300 in Washington versammelt, so auch NASA-Administrator Charles Bolden. Unter den Rednern waren u.a. der Vorgesetzte Puttkamers, Bill Gerstenmaier, ein Überraschungsgast aus Europa, der Opernsänger Sir Donald McIntyre (Wagner-Festspiele) und die Vorstandsvorsitzenden des Leipziger International Space Education Institutes, Yvonne und Ralf Heckel per Videobotschaft.
Jesco von Puttkamer - Videochannel auf Youtube:
Schuttle-Astronaut Bill Readdy schrieb danach: "I was there today and gave a speech. It all went quite well. They read your letter of tribute to Jesco. He would have been very pleased. At the conclusion they had a slide show with the music 'What a Wonderful World' by Louis Armstrong."
"Die Nachricht von Professor von Puttkamers Tod erreichte uns als wir die nächste Generation von Schülern für die NASA Moonbuggy Race vorbereiteten, nur einige Stunden nach seinem Ableben. Wir waren alle über den Verlust eines guten Lehrers, berühmten Wissenschaftler, perfekten Visionärs, ausgezeichneten Ingenieur und guten Freund schockiert. Es war Weihnachten, nur wenige Schritte weit von seinem Geburtshaus, Leipzig, Sachsen, Deutschland.
"Der Professor" war und ist ein Vorbild für die junge Generation aus unserem Land, Russland, Indien, Italien, Frankreich und Huntsville. Seine Erzählungen, seine Integrität und die vielen Hinweise erzeugten eine tiefen Wirkung in den Köpfen der Schüler. Er war ein Mann der Entfernungen - und sie hatten die Chance ihn hautnah zu treffen.
"Prof. Dr. von Puttkamer" war für die bemannte Raumfahrt eine Institution und für alle Menschen die in dieser Familie arbeiteten und lebten bei der NASA, ESA, DLR und Roskosmos. Er war einer der letzten großen Pioniere. Ein nie rastender Workaholic der in der Lage war die Zukunft wie ein Körper anzufassen und die Geschichte in seinen Taschen hatte. Ein Mann der eine Vorstellung vom Universum hatte und einen Autopiloten im Kopf. Dieser Autopilot war auf die Zukunft programmiert. Leider ist nun an der Stelle der ISS-Statusmeldungen ein Loch. Es bleibt als Wissenslücke eines jeden Raumfahrt-Wissenschaftlers, -Ingenieurs und Raumfahrt-Enthusiasten.
"Jesco", dieser Name durfte nicht durch viele Menschen in dieser Welt verwendet werden. Ein Freund von dieser lebenden Legende zu sein war eine Ehre und zugleich eine große Verantwortung. Dieser Name war eine Brücke zwischen den Korolevs und von Brauns, zwischen den Alten und den Jungen, die zwischen den Experten und den Idealisten. Jesco war ein Freund und ein Rennpferd für Leute, die groß genug waren, seinen Ideen zu folgen. Unzählige Male waren wir in der Lage mit ihm zusammen zu sein, ob auf dem Teppich in seinem Haus auf dem Monte Sano in Huntsville wo er zur Zeit der Apollo-Ära lebte, ob in der Salineos Subvilla wo er seine Subs für die Unterwasser-Arbeit in der Spacelab-Zeit bestellte, im El Palacio wo sich das Braun-Team nach der Arbeit zum Bierchen traf oder im Gras unter den Eichen neben dem von Braun-Grab in Ivy Hill in Alexandia/VA und den Tränen nahestand. Jederzeit erzählte er uns unglaubliche Geschichten aus der Vergangenheit und seine logischen Schlussfolgerungen für die Zukunft.
Wir hatten das Glück, den Professor, den Ingenieur und den Freund seit 15 Jahren sehr gut zu kennen. Es war eine herausragende Ehre für uns. Er öffnete die Türen für unsere Schüler zu den NASA-Centern KSC, MAF, Michoud AF, JSC, MSFC, USSRC und initiierte die internationale Beteiligung am NASA Moonbuggy Race im Jahre 2007. Wir konnten drei Space Shuttle startet begleiten, weitere Raketenstarts, sprachen mit der ISS-Crew 6 und konnten mehr als 100 internationale Schüler an die heiligen Hallen der Zukunft zu NASA begleiten. 100-mal mehr Studenten lesen unsere Berichte mit giegig-glänzenden Augen. Seine Worte: "Ich hänge meinen Kopf weit aus dem Fenster hier - lass mich dort nicht hängen" - war Gesetz und Verpflichtung für uns als Lehrer und deren Schüler. Nie ließen wir ihn hängen. Im Gegenteil, man gibt zurück. Wir waren in der glücklichen Lage die Tore nach Moskau und zu der Korolev Familie (Sputnik Designer) zu öffnen, ihm eine Vision von einer idealistischen jungen Generation zu zeigen und die russischen heiligen Hallen der Raumfahrt.
Unvergessen sind die Worte von ihm. Sie sind Antrieb für die Zukunft und eine Generation der Entdecker:
"Meide die Komfort-Zone und folge den NASA Grundwerten"
"Du musst den harten Weg gehen, nicht den leichten. "
"Lass Dich vom einmal eingeschlagenen Weg nicht abbringen"
"Denke weiträumig und antizyklisch"
"Sei ein Talent der Multidisziplin und gib Dich multinational"
Den größten Respekt haben wir vor diesen Worten:
"Ein Land, das eine Jugend ohne Visionen hat - hat keine Zukunft."
Jesco von Puttkamer war der strategische Denker, der Architekt des International Space Education Institutes in Leipzig. Seit 10 Jahren sind wir in der Lage, seinen Vorstellungen und Ideen von wissenschaftlicher Bildung ein Gebäude in seiner Geburtsstadt Leipzig zu geben. Sie liegt zwischen seiner Heimat und seinem Reiseland Russland. Heute ist die Initiative eine unabhängige gemeinnützige Institution mit 250 außergewöhnlichen technisch-wissenschaftlichen und praktischen Aktivitäten pro Jahr. Wir sind stolz über diese Brücke des internationalen Bildungsaustausches und Exkursionen zwischen Huntsville, Leipzig und Korolev-City. Wir lehren die Schüler Hochleistungs-Teams zu bilden und ihre beruflichen Ziele mit internationalen Wettbewerbsprojekten an der Seite der Raumfahrt zu finden. Hunderte von Sponsoren, Spendern und Wissenschaftler stehen nun dahinter. Erste Start up-Unternehmen aus dem Ingenieurwesen und dem Tourismus produzieren ihre ersten Gewinne und .... natürlich auch Steuern.
Gestern, am 3. Februar 2013 hatten wir eine Hauptversammlung. Wir diskutierten darüber wie wir das Lebenswerk Prof. von Puttkamers ehren könnten, sodass die von ihm über Jahre unterstützte Jugend weiterhin einen Gewinn davon tragen kann. Wir entschieden uns dazu, die "Jesco von Puttkamer Stiftung" zu gründen. Unzählige Artefakte aus Prof. Puttkamers Leben und die zahlreichen Ergebnisse aus der von ihm geförderten internationalen Nachwuchsarbeit, verbunden mit den dahinter stehenden prominenten Förderern bilden die Grundlage dieser Stiftung. Die Eröffnungsfeier findet an seinem 80. Geburtstag, am 22. September 2013 in Leipzig statt.
Ein Kuratorium internationaler prominenter Wissenschaftler wählt die besten internationalen Schüler und Studenten aus, welche gute Ergebnisse auf wissenschaftlichen Leistungswettbewerben in mehr als 3 Ländern vorlegen können. Sie erhalten Geldpreise und pädagogische Unterstützung für ihre Zukunft. Möge dies eine Brücke in die Zukunft von uns allen sein - in Erinnerung an Prof. Dr. Jesco von Puttkamer.
Wir laden alle interessierten Menschen ein, Teil dieser Stiftung und deren Jury zu werden. Der Mars als Jahrtausend-Ziel und der damit verbundene Entwicklungs-Schub unserer multinationalen Gesellschaft war seine Logik und Traum für die Zukunft - jetzt haben wir die Verantwortung, es zu tun.
Yvonne und Ralf Heckel
Vorstand des International Space Education Institute
Botschafter des Space Camp Huntsville
Ehenmitglieder der Astronaut Memorial Foundation und der Stiftung Russischer Raumfahrtmuseum
Freunde von Jesco von Puttkamer
Leipzig / Deutschland, 04.02.2013"
There are no translations available. Die Tage Mitte Februar 2013 werden sich in das globale Gedächtnis einbrennen. Nachdem erste Meldungen über den Tscheljabinsk-Meteor am Freitag Nachmittag eintrafen, wurde schnell klar, dass es sich hier um ein Naturschauspiel handelt, welches man nicht so schnell vergisst. Am Abend dann vollzog der Asterioid DA14 seinen Flyby an der Erde und zog lautlos über den wolkenverhangenen Nachthimmel. Wie zum Abschied schnitt sich gegen 23 Uhr Leipziger Zeit noch ein kleiner Meteorit durch den Himmel. von Ralf Heckel Wie aus einem Dorn-röschenschlaf wurde die Menschheit am Nachmittag des 14. Februar 2013 geweckt, als mit einem gleißenden Lichtblitz und donnerndem Knall über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor niederging. Der etwa 10 Tonnen schwere Asterioid war laut Fachangeban nur wenige Meter groß und konnte so nicht vorab geortet werden. Dennoch richtete er durch die Schockwelle einen Schaden von rund 250 Mio Euro an. Laut medienangaben sind etwa 1200 Menschen durch Glassplitter verletzt worden. Viele Autofahrer und Passanten hielten dieses Ereignis auf ihren Bord- oder Handykameras fest. Es sind in wenigen Stunden duzende ausgesprochen guter Aufnahmen im Internet zu finden, die alle einzigartig sind. Es wird von einer Explosion gesprochen, welche Erdbebensensoren rund um den Globus auslöste. Wer den Wiedereintritt eines Space Shuttles erlebt hat, der weiß, dass es einen lauten Doppelknall vom Schallmauerdurchbruch gibt. Da die Schallgeschwindigkeit in kälterer und höherer Atmosphäre abnimmt, gibt es beim Wiedereintritt eines Himmelskörpers je nach dessen Geschwindigkeit ein regelrechtes "aufklatschen" auf den Schall. Die immens hohe Geschwindigkeit des Projektils erzeugt dabei eine Schockwelle von ebensoimmenser Energie. Der "Knall" und die damit in Verbindung stehende zerstörerische Druckewelle rührt NICHT wie anfänglich in allen Medien beschrieben von einer Explosion her! Dieser "Supersonic-Boom" breitet sich dann hauptsächlich nach oben hin aus. Nur eine geringe Menge der Energie durchdringt die tieferen Luftschichten mit vielen Echos und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Sie war dennoch groß genug, um tausende Fensterscheiben und Türen zu Bruch gehen zu lassen und wird mit der Energie einer 20-fachen Hiroschima-Bombe verglichen. Zum Glück verteilte sich der Knall und die Schockwelle durch die hohe Geschoßgeschwindigkeit auf einen langgestreckten Zeitraum. Wäre aller Donner mit einem Male eingetroffen, dann wären die Schäden weit gravierender. "Ab nun beginnt für die Menschen auf der Erde ein neues Bewusstsein für kosmische Ereignisse - was auch seine guten Seiten hat". Während dieser Zeit arbeitete der Hobby-Astronom Henri Schulz im Norden von Leipzig noch an seinem Observatorium (www.sternwarte-kletzen.de). Er möchte gern den für den Abend angekündigten Flyby des Asterioiden DA14 aufnehmen und füttert den Computer mit frischen Daten aus Hamburg. Dies erweist sich als sehr schwierig, da keine Sternwarten-Software ein Swingby-Manöver berechnen kann. Bei einem Swingby-Manöver wird der Asterioid von der Gravitation der Erde abgelenkt und dessen Flugbahn verändert. Er zieht eine leichte Kurve in Erdnähe und fliegt in eine andere Richtung weiter. Die Wissenschaft nutzt so etwas für Sonden, um sie auf ihren langen Flugbahnen im Jupiter- oder Saturn-System zu beschleunigen oder gar zu steuern. Fieberhaft programmiert Herr Schulz deshalb und sucht sich einige Sichtfenster heraus. Doch der heitere Nachmittagshimmel über Leipzig spielt nicht mit, es zieht sich am Abend zu. Spätestens jetzt gehen alle Astronomen in die warme Stube und verfolgen das weitere Geschehen im Internet. Aus lauter Ärger über die viele unnütze Pro-grammierarbeit und den wolken-verhangenen Himmel drückt Herr Schulz dennoch in seiner Sternwarte Kletzen den Auslöser und kann zur Überraschung aller die einzigen Aufnahmen des DA14 aus Sachsen machen. Noch 24h später sind im Internet nur Aufnahmen aus Australien zu finden, nicht aber aus Deutschland. Zwar ist die Bildqualität des Asterioiden-Schnappschusses durch die Wolken nicht besonders gut, aber man erkennt deutlich die 5-minütige Spur des Asterioiden. Zur Überraschung drängt sich sogar ein Kleinstmeteorit in das Bild. Wie klein der aufgenommene Himmelsausschnitt ist, kann man an der Abbildung 2 erkennen. Das kleine graue Rechteck in der vorberechneten roten Spur stellt in etwa die Größe des aufgenommenen Fotos dar. Eine so präzise Berechnung der Flugbahn des Meteoriten nach seinem Swingby-Manöver ist eine große Leistung. Einen Zusammenhang zwischen DA14 und dem Tscheljabinsk-Meteor am selben Tage gibt es nicht. Aber es ist ein Zusammenhang zwischen dem zufällig aufgenommenen Kleinstmeteorit über Leipzig und Tscheljabinsk herstellbar. Beide Geschosse kamen aus der selben Richtung. Mehr auf www.sternwarte-kletzen.de
There are no translations available. Moskau, 11.1.2013 Ich habe kaum 2 Stunden geschlafen und muss schon wieder aufstehen. Die verschiedenen Zeitzonen sind Schuld daran. Deutschland ist 3 Stunden weit weg, weil Russlands Präsident Putin die Sommerzeit in seinem Land einfrieren ließ. Man lebt in Russland fortan eine Stunde weiter vom Rest der westlichen Welt entfernt – jedenfalls im Winter. Die Distanz zu Amerikas Eastern Time (ET) ist dann noch einmal 6 Stunden lang. Die Central Time in Huntsville macht dann noch einmal eine Stunde aus. Hier überall habe ich zu arbeiten. So muss man seit dem Abspalten der russischen Winterzeit immer rechnen. Es kommen damit heute 10 Stunden Distanz von Moskau nach Huntsville im Winter heraus. Früher waren es konstante 9 h. Man ist damit in Moskau im Zeitvorteil und kann News sofort am selben Tag in der USA platzieren. Man muss sich nur zwingen sie sofort fertig zu stellen. Das aber macht nichts aus. Der Tag ist wichtig und somit fällt der Start nicht schwer. Während man in der USA gerade meine News vom Tage in den Nachmittags-Nachrichten liest, breche ich in den noch dunklen Moskauer Morgen des nächsten Tages auf. Der Geburtstag vom Sputnik-Konstrukteur Koroljow ist eigentlich am 12. Januar. Aber heute hat man ihn vorgezogen, weil er sonst mit anderen Feiertagen in Russland kollidiert wäre. Erstaunlich dieses Management welches Rücksicht auf die Gäste nimmt - die ja gern auf allen Partys sein wollen! Der Bus holt uns pünktlich vor dem Hause der Koroljows ab. Seine Tochter Natalia, Roman und ich sowie noch ein Freund der Familie und eine offizielle Museums-Führerin sind da. Wir kennen uns inzwischen und haben Erlebnisse auszutauschen. Die Museums-Führerin und der Bus sind extra vom Eigner „RKK-Energia“ für uns abgestellt worden. Seit 5 Jahren sitze ich nun hier drin und kann immer auch eigene Gäste in kleiner Zahl mitbringen. Mal sind es die Familie, mal Schüler, mal Mitglieder unseres Institutes. Diesmal ist es Roman Tarasov. Etwa eine Stunde später betreten wir das Museum der Firma RKK Energia. Es ist der Raumschiff-Hersteller Russlands. Alle Raumschiffe die Menschen von Russland aus ins All transportiert und dort am Leben erhält, werden hier produziert. Es sind die Sojus-Raumschiffe und alle ISS-Module. Diese Firma wurde von Sergey Koroljow im Jahre 1948 gegründet, als er mit Zügen voller Material aus dem Erbe von Wernher von Braun´s Team aus Deutschland zurück kehrte. Damals war es eine ausgediente Panzerfabrik. Heute arbeiten hier einige der besten Wissenschaftler der Welt. Diese Firma trägt heute den Namen seines Gründers und ist die stabilste technische Säule in der Welt, wenn es um bemannte Raumfahrt seit Gagarin geht. Wir sehen uns eine Weile im Museum um und fotografieren die Exponate. Leider bleibt dieses Museum vielen Neugierigen verschlossen. Es befindet sich im Inneren der Firma deren Gelände nur mit einer Sammlung von Sonderpässen betreten werden darf. Also fühlen wir uns der „Außenwelt“ verpflichtet und nehmen jedes Mal ein Stück unserer Eindrücke mit und publizieren sie.
Nun löst sich die Gruppe auf und strömt zu den Bussen. Jetzt beginnt das, was man im Ausland als überholt betrachtet. Es werden an vielen Orten mit Gedenktafeln und Denkmälern Blumen niedergelegt. Man schreitet in einer Schlange die jeweiligen Orte ab, legt Nelken nieder und gedenkt eine Sekunde dem Vater Koroljow. Busse fahren unter polizeilichem Geleitschutz die Menge durch die Stadt. An der Kremlmauer endet die Tour nach 6 Stops.
Um 14 Uhr ist alles vorbei und die Menge löst sich auf dem Roten Platz auf. Nur eine ganz kleine Gruppe bleibt übrig und besteigt unseren Bus. Der fährt nun zu den Koroljows nach Hause. alle Fotos spaceeducation.eu
There are no translations available. Korolev Stadt, 10. Januar 2012
Es ist eine Idee die ich schon seit Januar 2008 vor mir her schiebe und immer wieder behutsam anstuppse. Sie entstand in einem Gespräch mit der Koroljow-Tochter Natalia in Huntsville/Alabama zum 50 Jahrestag des Explorer One. Alle waren begeistert, sogar Prof. Jesco von Puttkamer. Mein Gott, das ist jetzt 5 Jahre her! Aber ein solcher Prozess ist komplizierter als alle dachten. Es gab immer wieder Besuche und Gegenbesuche, Übergaben und gegenseitige Lippenbekenntnisse, Wahlen und Wiederwahlen. Es gibt immer wieder Gründe welche eine Seite hat um sich zu entschuldigen. Nun nach dem plötzlichen Tod des Professors von Puttkamer habe ich allein die Last auf mir, den Ideen auch Ergebnisse folgen zu lassen. Frau Prof. Koroljowa stellt sich gern mit dahinter, kann aber nicht an beiden Stellen gleichzeitig sein. Sie ist weit über 70.
Der zweite Besuch war im Sommer 2008 beim Jugendbeauftragten Alexander Martynov. Alles schien klar und schön. Ich bekam viele Geschenke und ein Buch für die Stadtverwaltung von Huntsville. Dann auf einmal war der Bürgermeister Morosenko weg und keiner wusste wie es weitergehen sollte. Eine kopflose Stadtverwaltung in Russland ist so wie ein „Dauer-Luft-Anhalten“. Keiner traut sich was. Na wenigstens hatte ich immer Luft und versäumte keine Gelegenheit in Huntsville mit dem ebenfalls neuen Bürgermeister Tommy Battle in das Gespräch zu kommen. Dem aber ist das alles noch zu weit entfernt. Ich habe das Gefühl, dass er sich wenig darunter vorstellen kann. Also spannten wir um zum Kern. „Es ist doch egal was auf dem Papier steht, wenn man diese Brücke einfach baut.“ Schüler aus Russland müssen nach Huntsville und umgekehrt. Das in großer Zahl und mit bestechenden Ergebnissen auf dem jeweils anderen Wettbewerb. Das hat nun 4 Jahre in Anspruch genommen. In dieser Zeit habe ich versucht ein russisches Moonbuggy Team aufzubauen. Über 100 Termine zwischen der Krim, Moskau und Kaluga nahm ich wahr, bin 20.000 km mit dem Auto und Hänger durch Russland gefahren, Vorträge gehalten und habe Schüler ausgesucht. Die daran hängenden Geschichten sind pures Abenteuer. Nun sitzt Roman neben mir, ein 24 jähriger Absolvent des Moskauer Luft und Raumfahrtinstitutes. Er ist Russe, hat erfolgreich einen NASA-Wettbewerb mitgemacht, besitzt 2 NASA-Awards, war 4 Wochen mit uns in der USA, lernt deutsch, lebt inzwischen seit knapp 2 Jahren bei uns in Leipzig und ist heute meine rechte Hand. Er ist einer von zwei. Es war ein ganzes Stück Arbeit und ich bin mir heute sicher, keinen besseren Menschen an meiner Seite haben zu können. Unvorteilhafterweise hat er kein Jackett mit Schlips an, sondern einen aschgrauen Overall mit schapper Kaputze. Ob er sich bewusst ist was heute auf ihn zukommt? Der Bus verspätet ich etwas im Stau, so lassen wir kurz vor dem Ziel die Türen öffnen und laufen den Rest. Im Rathaus sind 8 Leute versammelt. Als wir 10 min später eintreten, seufzt Roman: „Oh Gott …“. Man stellt sich höflich gegenseitig vor. Da sind von rechts nach links: Herr Gennady Tyumin, Leiter des Dezernats für Informationen und Öffentlichkeit, Ich stelle unser Institut und mich zunächst auf Russisch vor, schalte dann aber auf deutsch und englisch um. Bin mir so sicherer. Herr Tyumin sagt, dass er in Halle studierte. Das hilft sehr. Er und Roman übersetzen mich. Ohne Zeit zu verlieren gehen wir in das „Eingemachte“. Wir stellen unsere Vorstellungen von einem Austauschprogramm zwischen Koroljow-Stadt, Leipzig und Huntsville/Alabama vor. Man ist beeindruckt aber skeptisch. Nun kommt die alles entscheidende Frage nach den Kosten. Jetzt zahlt sich die viele Arbeit in Leipzig mit dem Space Hotel und in Huntsville mit den vielen Partnern aus. Ich gebe eine Zahl von 200 Euro pro Woche und Person für Leipzig und 400 Euro für die USA an. Man fragt erstaunt nach: „Ist das die Verpflegung?“ Ich erwidere: „Nein, das ist Hotel, Flughafentransfer, Programm, lokale Exkursionen und natürlich die Verpflegung!“
Ich fahre weiter und sage: „Natürlich hat das alles auch seinen Preis“. Nun tritt wieder Ruhe ein und ich liste auf: - Erlass der Visakosten auf russischer Seite (gebe dabei die Gesetzesgrundlage mit an) Und dann kommt es: „Ich möchte gern eine Sojus-Kapsel im Space-Museum in Huntsville haben. Die Kosten für den Transport bekommen wir in der USA zusammen.“ Stille.. Einige schienen sich verhört zu haben und fragen nach. Beratung!
Na Perfekt! Mir ist klar, dass dies die Schallmauer der Distanz auf beiden Seiten überwindet. Romen und ich bekommen ein paar Geschenke von der "Queen der Stadt". Wir halten die Punkte alle fest und ich schließe mit dem Satz. „Meine Damen und Herren, ein Problem habe ich noch.“ Alles horcht auf. „Wir haben da auf Wunsch der Schüler einen besonderen Programmpunkt am letzten Sonntag der US-Exkursion. Ich bin mir nicht sicher ob das genehmigt werden kann. Es ist eine Betriebsbesichtigung.“
Ich antworte: „Um einen Besuch bei Jack Daniels in Tennessee.“ Alles bricht in pustendes Gelächter aus. „Keine Sorge, das geht klar – solange offiziell nur geguckt wird!“
There are no translations available. Von Andreas Türke, Leipzig, den 06.01.2013 Endlich war es wieder so weit und es ging wieder nach Leipzig. Diesmal vom 4. Januar bis zum 6. Januar. Das Besondere war jedoch, dass nur Jasmin und ich an diesem Wochenende da waren, Nicolas aber nicht, da nur die kommen sollten, die in der Nähe Leipzigs wohnen. Am Abend des 4. Januar traf nach einer Woche wieder auf Jasmin, die schon mit Herrn Heckel am Arbeiten war, wobei ich mich aber auch gleich anschloss. Dieses Wochenende sollte es um die Verwaltung und Verwendung der Website gehen und wir fingen gleich an. Bald darauf gab es dann Abendbrot und danach ging es auch bald ins Bett.
Somit war dieses Wochenende auch wieder ein voller Erfolg und mich nur in meinem Vorhaben bestärkt, beim Moonbuggy Race teilzunehmen. |































































































