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News-Extern - NASA

Gedenkfeier für Jesco von Puttkamer in Washington

jvp-marsJesco von Puttkamer antwortete einmal auf die Frage einer Journalistin in Leipzig: "Rente? Wenn ich die NASA verlasse, dann mit den Füßen voran". Alle waren erstaunt. Die Schüler des inzwischen seit 10 Jahren agrierenden International Space Education Institutes haben es verstanden. In den Jahren 2005-2010 leitete "Jesco" (so nannten ihn Freunde) den Fachbeirat des Leipziger Fördervereins für Ingenieurberufe. Für die Schüler aus der USA, Deutschland und Russland war er immer "der Professor". Mühen waren ihm kein Fremdwort und das achtete man an den über 70-jährigen rastlosen Mann, der scheinbar mühelos am Arlberg Ski fuhr, im Sommer wanderte und in der Zwischenzeit begeisternde Vorlesungen zwischen Moskau, München und Huntsville gab.

Der Name "Jesco von Puttkamer" ist vielen Generationen als Buchautor und NASA-Mann bekannt. Kaum jemand aber kennt den Menschen dahinter. Wir geben hier einmalige und erstmalige Einblicke in den Alltag eines Mannes, der "mit einem Autopilot im Kopf" (JvP) ausgestattet war.


yvo-jescojesco-v-puttkamer-arlbergWir trafen den Professor und Mitglied des SOMD (Space Operation Mission Directorate) der NASA aus Washington im Jahre 2001 in Leipzig. Seitdem baute sich eine innige Freundschaft auf. Manchmal forderte er uns bis an die Grenzen des Machbaren im Aufbau dieses Institutes. "Ja, aber so ist die Raumfahrt" sagte er dann immer, "es geht auf und ab in großen Amplituden. Man darf nur das Ziel nicht aus den Augen verlieren". Damals war es ein erstes Treffen im Kaffeebaum. Wir waren von der Idee besessen am Beispiel der Raumfahrt junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern. Darauf erwiderte der Professor: "Das ist ein hohes Gut. Damit habt Ihr aber auch eine hohe Verantwortung. Ihr dürft davon nie mehr ablassen bevor es klare Ergebnisse gibt - ansonsten beißt der Tiger dessen Schwanz ihr nun in der Hand habt".

jvp-mit-schuelern-in-leipzig-2005

jvp-zur-taufe-in-huntsvilleAb diesem Moment folgten offene Türen bei NASA, von denen zuvor niemand zu träumen wagte. 3 Shuttlestarts, unzählige Besuche in Raumfahrtzentren, Teilnahmen an Wettbewerben und Treffen mit Astronauten, Firmeninhabern und Staatsbediensteten in Washington. Aber das alles ließ sich der Professor bezahlen - "mit lupenreinem Engagement für die Jugend". Jede geöffnete Tür wurde deshalb mit viel Engagement belohnt. Das International Space Education Institute kann heute auf über 1000 Presseartikel über Jugendarbeit im Zusammenhang mit der Raumfahrt zurückblicken, auf 8 Mamut-Exkursionen mit deutschen und russischen Schülern durch die NASA-Landschaft und auf 6 erfolgreiche NASA-Wettbewerbe. Jesco von Puttkamer ist der "Vater unseres Fundamentes" eines unabhängigen Institutes zur Förderung von wissenschaftlichen Berufen. "Vertraut nicht auf die Politik - die muss kurzsichtig denken um die nächste Wahl zu überstehen. Kurzfristprogramme aber sind weder hilfreich für die Jugend, noch für die Raumfahrt." schrieb er in einer von tausenden Emails nach Leipzig.

jvp-mgtujvp-philadelphia-2008Was den Professor aber am meisten motivierte war zugleich unsere Arbeit in Russland. "Das wird für uns immer wichtiger. Ihr ebnet wichtige Wege." Seit 2008, dem 50. Jahrestag des Exlorer One verstanden wir unsere Arbeit auch als Brücke zwischen den ehemaligen Kontrahenden. Auf Bitte des Professors gelang uns die Organisation der Reise der Koroljow-Tochter nach Huntsville USA. Tosenden Applaus gabe s im "von Braun Kongresszentrum" als Frau Prof. Koroljow sagte: "Mein Vater und Wernher von Braun wollten den Mars erreichen. So lasst es uns doch endlich tun. Pojechali." Puttkamer war stolz und schon wieder gab es eine nächste geöffnete Tür. Er durfte in der Baumann-Universität (MGTU) vortragen, in Moskau. Tosenden Beifall gab es dort für seine Worte: "Die Sowjetunion war ein gutes Rennpferd im Wettlauf zum Mond. Ohne Sputnik und Garagin hätten wir weder Apollo noch die Mondlandung. Danke dafür." Von Puttkamer verstand es verstanden zu werden und damit zu begeistern.

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Aus den NASA-Headquarters am 4. Januar 2013

wvb-ursula-jvpgene-roddenberry-jvpHerr Prof. von Puttkamer starb an einem Herzstillstand nach kurzer Grippe. Er hinterlässt seine Frau Ursula in Alexandria. In der E-Street 300 sind alle geschockt. Zur Zeit stellt William Gerstenmaier im NASA-Headquarter ein Team zusammen, um seine Arbeit zu bewerten und einen Ersatz zu finden. Sam Scimemi wurde mit der Aufgabe betraut, eine Ausarbeitung zusammen zu fassen, wie man das Werk von Prof. von Puttkamer aus NASA-Sicht ehren kann. Wir stehen in Verbindung.

Frau Ursula wünscht nach Aussagen von Bill Gerstenmaier keine Trauerfeier. Sie ist selbst seit Jahren an Krebs erkrankt.

iss-statusreport-jan2013Problematisch ist derzeit die Wiederaufnahme der von Prof. von Puttkamer verfassten ISS On-Orbit Statusberichte. Es fehlt den jüngeren Mitarbeitern an einem Gesamt-Überblick in die Vorgänge an Bord der ISS und dem direkten Bezug zu den entsprechenden russischen Quellen. Mit "Samthandschuhen und Augenmaß" förderte Prof. von Puttkamer besonderes Engagement für die Raumfahrt außerhalb der USA in diesen Berichten. Siehe hier!

Diesen Dienst richtete der Professor mit dem Start des ersten Modules auf eigene Faust ein. Seitdem wurde kein Tag ausgelassen. Wer von Puttkamer persönlich kannte, der weiß, dass er sich immer zu festgesetzter Washingtoner Zeit entschuldigte um zu arbeiten. Während die ersten Berichte in den Jahren bis 2006/2007 vorwiegend nur intern bestimmt waren und zudem per Email an Kongressabgeordnete und TOP-Manager der US-Wirtschaft gingen, wurden die Berichte dann auf NASA.gov täglich veröffentlicht. Das hing damit zusammen, dass der Webmaster von Spaceref.com diese berichte sowieso seit 2005 (Return to flight) veröffentlichte. Er war irgendwie an eine Adresse eines Empfängers gekommen. Ganz nach dem JvP-Zitat: "Die NASA vertuscht nichts", setze er sich dann für die nachträgliche Veröffentlichung dieser Berichte ein.

Von Puttkamer leitete seit 2005 unseren Fachbeirat und ist geistiger Stratege unseres Vereines "International Space Education Institute", der nun sogar Stiftungskapital aus wirtschaftlichen Eigenbetrieben abwirft. Diese gingen und gehen aus über die Jahre gut ausgebildeten und geförderten jungen Schülern und Studenten hervor, die inzwischen eigene Ideen mit eigenen Ingenieursfirmen verwirklichen. dazu gehört auch das Space Hotel Leipzig.

Die "Jesco Von Puttkamer Stiftung"

Derzeit werden die Möglichkeiten der Gründung der "Von Puttkamer Stiftung" mit seinen Freunden erörtert. In diesen Pool sollen die aus seinen Ideen erwirtschafteten Gewinne fließen um junge Leute weiterhin eine Zukunft an der Raumfahrt zu eröffnen. Die gefürchtetsten "Von Puttkamer Zitate" dabei sind "Du gehst diesen Weg nicht weil er leicht ist, sondern weil es schwer ist" und "Meide die Komfort-Zone". Wer das versteht, dem öffnet sich die Zukunft.

Fragen an den Autor

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