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2022 - Artemis 1
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Nächtlicher Sonnenaufgang

16.11.22, Arthur Sommer

Nachdem wir zur Tribüne zurückgekehrt waren, verfolgten wir mit höchster Aufmerksamkeit die Ereignisse. Sakurako durchforstete Twitter nach Neuigkeiten bezüglich der Startuhrzeit. Das Fenster öffnete sich um 1.04, doch die SLS wurde, wie jemand auf unserer Tribüne sagte, schüchtern und brauchte noch einen Moment.

Team back at the tribune. (copyright: International Space Education Institute)

Bei T -00.10.00 (10 min) stand der Countdown für eine gefühlte Ewigkeit still. Jetzt mussten alle Abteilungen ihr grünes Licht geben. Während alle gespannt den Atem anhielten, wurden vereinzelte Personen der Banana Creek Menge interviewt. Zwischendurch hörte man die ersten "Go"-Mitteilungen. Jetzt wurde mir klar, heute wird Geschichte geschrieben. Es wurde immer spannender, allmählich stiegen die Emotionen und Aufregung in mir.

Endlich war es so weit. Nach einiger Verzögerung wurde der 10 Minuten Countdown fortgesetzt und ganz Banana Creek jubelte. Diese 10 Minuten vergingen wie im Flug. Bei -6 Minuten steht ein Großteil der Beobachter auf. Ich sehe zu Sakurako herüber und sie zu mir. Ich denke, wir konnten einander die Überraschung und tatsächlich auch eine leichte Verwirrung, aber mindestens genauso viel Vorfreude ansehen.

Arthur and the crowd standing up. (copyright: International Space Education Institute)

Mittlerweile holte jeder sein Smartphone aus der Hosentasche. Ich tat es der Menge ähnlich und bereitete die stabilisierte GoPro vor. Nun kribbelte es schon fast überall in mir. Während ich immer noch nicht vollständig realisierte, was wir gleich erleben werden, wechselte mein Blick zwischen der hellen Anzeigetafel und dem düsteren Horizont.

Die Tafel zeigte jetzt die Sicht einer Kamera, die auf die RS-25 Triebwerke der SLS gerichtet war, während die Kommentatoren vom Moment der ersten Funken an, begonnen immer lauter und aufgeregter die letzten 10 Sekunden herunterzuzählen. Wir stiegen von unserer Tribüne lauthals mit ein. 3…2…1… Die Solid Rocket Booster entzündeten sich um 1.48 Uhr und gaben vollen Schub. Auf der Tafel sah man nur noch Feuer. Am Horizont ging wie auf einen Schlag, in tiefster Nacht, die Sonne auf. So hell leuchtete die Feuerspur, die mit der rasant abhebenden Rakete immer länger wurde. Im selben Moment schossen riesige Rauchwolken links und rechts hervor. Während ich versuchte, mit der GoPro so viele Reaktionen von unserer Gruppe einzufangen wie möglich, merkte ich erst, wie stark meine Hände zitterten. Mit feuchten Augen verfolgte ich den Lichtkegel, der inzwischen schon hoch am Himmel stand.

SLS lift-off at 1.48 am from launchpad 39B. (copyright: International Space Education Institute)

Da wir gerade mal 5 km vom Startplatz 39B entfernt standen, dauerte es gerade mal 15 Sekunden, bis wir dieses monströse Meisterwerk hören konnten. Zuerst jedoch sah man, wie sich das bisher glatte Wasser des vor uns befindlichen Teiches aufraute und zu tanzen begann. Als nächstes erreichte mich ein leises Trommel ähnliches Geräusch. Zeitgleich spürte ich einen seichten physischen Rückstoß an mir. Dieser läutete das Orchester der Triebwerke ein. Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte, aber auf jeden Fall nicht das. Ein verdammt lautes Rattern und Rappeln, ein Trommeln und Pauken, ein Krachen und Donner. Eben ein musikalisches Meisterwerk. Es war so ein tiefes Geräusch, das sich in meinem gesamten Körper ausbreitete und mich mein Herz spüren ließ, wie ich es noch nie zuvor fühlte. In diesem Augenblick floss mir doch tatsächlich eine einzelne Freudenträne über die linke Wange. Während wir dort standen und in den erleuchteten Himmel starrten, wollte ich jubeln oder irgendwie anders die Freude aus mir herausschreien, aber ich fühlte mich wie gelähmt. Kein Mucks hat es aus meinem offen stehenden Mund geschafft. Ich war wortwörtlich sprachlos.

SLS lighting up the nightsky and crowd at Banana Creek. (copyright: International Space Education Institute)

Wir standen dort noch für gute 10 Minuten, beobachteten, wie sich die Solid Rocket Booster vom Rest der Rakete trennten und die nächtliche Sonne stetig kleiner und weißer wurde, bis sie schließlich hinter einer dichten grauen Wolkenschicht verschwand und noch weiter von uns weg flog.

Das war es also, DAS Ereignis. Eine emotionale Reise zum Mond. Das ist genau das, worauf wir uns so lange vorbereiteten.

Cosma sammelte mit mir die vorhin von ihr sorgfältig aufgestellten Kameras ein, während Ralf die ersten Reaktionen der anderen Teammitglieder einfing. Die Erwartungen von uns allen wurden mehr als nur übertroffen und wir waren überglücklich, dass es heute nun endlich geklappt hat. Mit den Worten unserer amerikanischen Tribünen Genossen "Third time's the charm" (Aller guten Dinge sind drei) stiegen wir in unseren Bus und verließen gegen 2.20 Uhr Banana Creek.

 Group photo after successful launch. (copyright: International Space Education Institute)

Im Bus brannte wieder das Deckenlicht, was mich dieses Mal jedoch nicht störte, da mich wie aus dem Nichts die Müdigkeit überwältigte. Die roten Heckleuchten der vor uns fahrenden Fahrzeuge verschwammen hypnotisch-kreisend mit der sonst pechschwarzen Umgebung, bis mir schließlich die Augen zufielen. Als ich aufwachte, befanden wir uns bereits auf dem großen Parkplatz, wo unsere Reise begann. Von hier trennten sich leider bereits wieder die Wege unseres Teams. Sakurako fuhr mit Valencia nach Titusville und von dort aus alleine weiter nach Daytona. Wir konnten sie natürlich nicht ohne eine ordentliche Verabschiedung gehen lassen. Eine Stunde danach erreichten wir das Motel 6.

Team saying goodbye to Sakurako. (copyright: International Space Education Institute)

Auch wenn wir es erst gegen 4 Uhr ins Bett geschafft haben, verabredete ich mich mit Cosma nochmals für einen Sonnenaufgang. Dieses Mal ein normaler. Nach mehrmaligem Wecken liefen wir zum Strand und bestaunten einen weiteren schönen Sonnenaufgang. Auch heute fingen die Wolken die ersten Sonnenstrahlen ab. Wir sehen jeden Tag etwas so Ähnliches, aber dennoch ganz besonderes. Nachdem wir nun noch ein weiteres Mal unseren Schlafrhythmus herausforderten, war es wirklich Zeit, schlafen zu gehen.

Ich wachte erst wieder zur Mittagszeit auf, machte mir eine Kleinigkeit zum Frühstück, schrieb ein wenig am Bericht und schlief noch mehr. Gegen 16.30 Uhr teilte uns Valeria mit, dass sie noch heute nach Kalifornien fliegen wird. Ihr Uber-Fahrer sei ebenfalls auf dem Weg. Daraufhin bereiteten wir ein schnelles Abschiedsessen mit Kuchen vor. Eine halbe Stunde später verabschiedeten wir uns bereits herzlich von Valeria. Da waren es nur noch vier.

Am Ende des Tages schrieben wir weiter unsere Erlebnisse nieder und ließen diesen mehr als besonderen Tag noch ein weiteres Mal Revue passieren.

 


Mond zum greifen nah

15.11.2022, Arthur Sommer

Cosma and Arthur infront of the SLS. (copyright: International Space Education Institute)

Heute ist es also so weit. Der große Tag brach mit dem ersten, normalen Sonnenaufgang am nebligen Horizont an. An vielen Stellen sah man den Morgentau. Autofenster, Pflanzen und der Strand waren feucht, fast so, als hätte es zuvor geregnet. Zwar waren schon wieder Wolken zwischen uns und der Sonne, was allmählich zur Gewohnheit wird, dennoch bleibt so ein Sonnenaufgang magisch.

Cosma und Valeria waren noch tief und fest am Schlafen, weshalb ich mit Ralf und Jesco ins Waffle House ging. Heute wird ein besonderer Tag, deswegen gibt es ein besonderes Frühstück. Als wir zurückkamen, begann ich bereits an meinem Bericht zu schreiben. Nach einer Weile wachten die beiden Langschläfer auf und etwa 13 Uhr fanden wir uns im Beachside Hotel wieder. Dort trafen wir die nette Lady namens Lou, mit der wir uns das letzte Mal so gut verstanden haben. Dort blieben wir für knappe vier Stunden, um an dem langen Bericht über die Embry-Riddle Universität zu schreiben.

Als Cosma und ich kurz nach 17 Uhr im Zimmer ankamen, wurde es langsam ernst. Jetzt konzentrierten wir uns nur noch auf den Start. Nach den Vorbereitungen, wie zum Beispiel dem Einpacken der gesamten Kameraausrüstung und dem Anziehen der Team-Outfits, hielt Ralf ein Briefing. Er erläuterte wie alles ablaufen wird. Ich dachte, jetzt wäre ich bereit für das, was heute auf uns zukommt. Allerdings konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Geringsten erahnen, wie wir uns nachher fühlen würden.

Die Sonne war bereits seit einer Weile untergegangen, als wir uns in den SUV setzten. Paradoxerweise lief im Radio eine entspannte, Klassik ähnliche Melodie, die uns auf dem Weg zum Ereignis des Jahrzehnts begleitete. Diesem Song folgte ein Weihnachtslied. Zumindest so lange, bis Ralf endlich den Sender wechselte. An den Straßenrändern sah man noch einige Schäden, die der Sturm Nicole hinterließ. Dadurch gab es weniger Leute und Camper, die den Start von überall her beobachtet hätten. Das fand ich irgendwie schade, denn so fühlte sich der Abend weniger bedeutsam an. Zumindest bis jetzt.

Wesentlich zu zeitig trafen wir auf einem riesigen Parkplatz mit zwei kleinen NASA Fähnchen am Eingang an. Bis jetzt war kaum ein anderes Auto hier. Vielleicht 20 bis 30, was quasi nichts ist. Da wir sicherlich eine gute Stunde vor der Treffzeit ankamen, hatten wir nun sogar noch Spielraum für ein improvisiertes Essen und Präsenz auf den sozialen Medien. 19.30 Uhr trudelten allmählich mehr und mehr Gäste ein, auch Sakurako, die Valencia aus Titusville abholte.

 Valeria and Arthur waiting in the parking lot. (copyright: International Space Education Institute)

Während wir warteten, fuhren hier zweimal leere Busse ab, was uns ordentlich komisch vorkam. Doch nach einer Weile kamen andere Busse, darunter welche mit dem Artemis Logo oder der SLS aufgedruckt. Damit machten wir sofort Fotos und stellten uns an die wachsende Warteschlange an. Eine dreiviertel Stunde später fuhren wir weg. Das Licht im Bus war zwar gedimmt, aber es tat ein wenig in meinen leicht müden Augen weh. Eine weitere dreiviertel Stunde verging, bis wir endlich auf unseren altbekannten Plätzen ankamen. Ich weiß nicht wieso, aber es zog uns wieder zur letzten Tribüne, auf die vorletzten Bankreihen. Es fühlt sich schon fast wie ein Zuhause an. Im selben Moment konnte man wieder ein Feuer am Fuße des Turmes erkennen. Dieses Mal sogar noch größer als zuvor. Im Gegensatz dazu waren die Leute unbesorgt und erfreuten sich eher darüber, noch einmal dieses Schauspiel zu sehen.

The team arriving at our spot on the tribune. (copyright: International Space Education Institute)

21.42 Uhr kam die erste schlechte Nachricht durch die Lautsprecher: Es gibt erneut einen Auslauf des flüssigen Wasserstoffes. Damit war der Abend für mich schon wieder fast gelaufen. Ich dachte, dass NASA aus einer Untersuchung im VAB und den vorherigen Abbruchgründen gelernt und sich besser vorbereitet hätte. Es waren scheinbar Bolzen locker, die es zu reparieren galt. Auf unserem Bildschirm konnten wir die ausgesandte "Red Crew" verfolgen, die dafür eingeteilt wurde. Es gibt ein Problem, das nur mit externer Arbeit gelöst werden kann. Ich war mir nicht sicher, ob das eine gute oder schlechte Nachricht ist.

 Teamphoto in front of the Countdown board. (copyright: International Space Education Institute)

22.43 Uhr wurden wir alle geschockt. Neben einer normalen Durchsage, hörte man die abgehackte Aussage einer anderen Person: "...probably have to roll back to the VAB…" (müssen wahrscheinlich zurück ins VAB). Ich kann mich ganz klar daran erinnern, wie sich Cosmas Kopf zu mir herüber drehte und sie rief: Was?! Wir warteten angespannt auf eine darauf folgende Antwort, die jedoch nicht kam. Vorerst herrschte eine unangenehme Ruhe.

Um nicht auf den Bänken einzuschlafen, folgten wir Sakurako, Valeria und Valencia ins Saturn V Center. Wir schauten uns vieles an. Von Hologrammen, Ausstellungen alter Raumanzüge und Mondproben bis hin zu Fotos von uns auf einem Mondrover. Um Mitternacht erhielten wir von Ralf die Nachricht, dass alle Lecks erfolgreich verschlossen wurden. Darüber jubelten wir und machten uns langsam auf den Rückweg zur Tribüne. Wir könnten heute wohl doch noch einen Start erleben. 

 
2022 - Artemis 1
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Portraits meiner Teammitglieder

Yvonne und Ralf Heckel
Yvonne und Ralf Heckel

Für meine Eltern ist dies ein Jubiläumsjahr. Vor 20 Jahren begannen sie zusammen mit Prof. Dr. Jesco vn Puttkamer das heutige International Space Education Institute aufzubauen. Deshalb ist auf dem Missionslogo auch eine 20 zu finden. Damals ging es darum neue Ingenieure für die anstehenden Mond- und Marslandungen zu gewinnen und auf den weg zu bringen. Diese Reise ist ein Versprechen des Professors, der über 10 Jahre die Internationale Raumstation ISS leitete und bereits vor 10 Jahren als dienstältester NASA-Mitarbeiter verstarb. Aber auch meine Eltern gaben ein Versprechen ab. Mit langfristiger Hingabe haben beide daran festgehalten und viele Hürden bis hierher genommen. Nun sthen wir hier, umgeben von jungen eigenen und alten NASA-Raumfahrtingenieuren, zum ersten Start zurück zum Mond. Es ist eine Geschichte wie aus dem Buch, welches ich gerade lese: “Apollo 8 – Aufbruch ins All, von Jesco von Puttkamer”. Hier in Amerika spürt man erst, welch hoher Respekt meinen Eltern entgegenweht. Sie werden oft angesprochen.


Tara und Jesco

Tara

Jesco

Meine beiden Geschwister sind immer dabei wenn es auf große Reise geht. Tara ist 13 und geht auf die Quartiersschule an der Ihmelstraße in Leipzig (Oberschule). Jesco ist 8 und besucht die 3. Klasse der 74. Grundschule in Leipzig. Beide schreiben genauso Berichte wie alle anderen und haben Aufgaben, nur eben entsprechend ihres Altes andere. Beide verwachsen wie ich von Kindheit an mit diesen Programmen und sind routiniert darin. Tara ist die Beste ihrer Klasse und Jesco der beste CAD-Designer und 3D-Drucker seines Alters den alle hier kennen. Meine Eltern nehmen uns immer mit, weil wir daran wachsen und auch mal ein Grund für etwas Extraplatz für wichtiges Equipment im Gepäck abgeben. Dass beide das aus eigener Kraft immer so hinbekommen, dafür bin ich sehr dankbar.


Cosma Heckel
Cosma Heckel

Ich bin Cosma Heckel, 15 Jahre alt und bin in Leipzig (Deutschland) geboren. Mittlerweile bin ich 1,70 m und überrage ein paar meiner Teammitglieder. Meine Haare sind hellbraun, meine Augen blau  und mein Körper relativ sportilch. Selbst, würde ich mich als eine aufgeweckte Persönlichkeit bezeichnen, die immer nach neuem Wissen sucht. Ich bin offen für alles und jeden, weshalb ich mein eigenes Team für den HERC Wettbewerb zusammen mit Arthur Sommer aufbaue. Meine Geschwister Tara (13) und Jesco (8) Heckel sind ebenfalls dabei. Beide schreiben Reporte über das, was sie erleben.


Arthur Sommer
Arthur Sommer

Arthur Sommer ist Leipziger und seit Juli 2022 bei uns dabei. Er ist ca. 2 m groß hat braune Haare und kastanienbraune Augen. Er spielt Basketball im Verein und Trainiert im Fitnessstudio, seit neuestem aber auch auf dem NASA-Rover. Arthur ist eine nette Person, welche hilfsbereit ist auf das wohlergehen seines Teams achtet. Er arbeitet zielstrebig, fokussiert und ausdauernd an Projekten. Eine gute Eigenschaft ist ebenfalls, dass er nachfragt falls er etwas nicht versteht.

Alina Santander
Alina Santander

Alina ist 24 Jahre alt, stammt aus Bolivien, hat eine russische Mutter und kann 4 Sprachen fließend sprechen (spanisch, deutsch, englisch russisch). Sie kam das erste mal 2015 zu uns nach Leipzig, absolvierte ein 2-monatiges Sommercamp und feierte mit uns ihren 16. Geburtstag. Sie nahm 3 mal an der Roverchallenge teil, 2 mal mit uns, einmal mit eigenem Team und war auf sehr vielen TV-Shows eingeladen. Alina ist sehr populär in Bolivien. Seit unserem gemeinsamen Weltmeistertitel 2019 studiert sie in New York.

Valeria Zafra
Valeria Zafra

Valeria Zafra Vasquez ist 24 Jahre alt, stammt aus Mexiko City und ist inzwischen kleiner als ich. NASA-Ingenieure denken dass wir in eine Klasse gehen. Aber sie hat ein abgeschlossenes Ingenieurstudium an der UNAQ in Querataro und arbeitet als Ingenieurin an der Innenraumgestaltung des Cybertruck bei Tesla. Sie absolvierte 2020 ein Praktikum am International Space Education Institute in Leipzig, instruierte uns in Solid-Works und half das Institus während Covid auf virtuellen Unterricht mit umzustellen.

Team Mexico:

David Suares
David Suares

Teamleiter für das Team Mexiko und Professor für Ingenieurwesen am Campus Cuernavaca der Tec Monterrey in Mexiko. Er ist seit langem mit meinem Vater Ralf Heckel befreundet und beide arbeiten in Sachen Studentenaustausch eng zusammen. Das NASA-Roverteam der Tec Monterrey Campus Cuernavaca erhielt bereits 2 Mal den Jesco von Puttkamer International Team Award der College Division. Dies ist auch der Grund der Einladung für dieses Team zum Raketenstart durch das International Space Education Institute und dem NASA Headquarters.


Abraham Vega
Abraham Vega

Abraham Vega ist ca. 1,75 groß, hat schwarzes schulterllanges Haar und trägt eine Brille. Er ist Student des Mechatronik-Ingenieurswesens an der Tec de Monterrey, Analog-Astronaut der wissenschaftlichen Forschungsstation Lunares, Wissenschaftler und Forscher und wird in Kürze seinen ersten Artikel veröffentlichen. Er absolvierte im vergangenen Jahr ein 3-Monaigs Prakikum am International Space Education Institute in Leipzig.


Ian Doring Romo
Ian Doring Romo

Ian Doring ist etwa 1,75 groß und hat dunkelbraune, dunkle Haare. Er trägt eine Brille und hat ein nettes lächeln. Er kümmert sich um das wohlergehen eines jeden Teammitgliedes und studiert Mechatronik am Tecnológico de Monterrey, Campus Cuernavaca.
Er ist 19 Jahre alt und hat zwei Jahre lang an der NASA Human Exploration Rover Challenge teilgenommen. Im letzten Jahr war er Projektleiter des Teams, welches den Ingenuity Award und den ersten Platz in der Gesamtwertung der virtuellen Challenge ohne persönliche Teilnahme gewonnen hat.


Jorge Emiliano Turner Escalante
Jorge Emiliano Turner Escalante

Jorge Emiliano Turner Escalante studiert Informatik am Tecnológico de Monterrey Campus in Cuernavaca. Er ist 20 Jahre alt ca. 1,80m groß und hat braun-gelocktes Haar. Er ist etwas schüchtern aber eine sehr nette Persönlichkeit. Er hilft dem Team mit einfallsreichen Ideen und denkt meißt zwe Schritte weiter. Von Freunden genannt: Turner, hat an der virtuellen NASA Human Exploration Rover Challenge 2022 teilgenommen, wobei er mit Iktan Roving den ersten Platz in der Gesamtwertung belegte, ohne allerdings einen Rover im Kurs zu haben. Er ist Teil des TecXotic-Teams für Unterwasserrobotik im MATE ROV-Wettbewerb und ist derzeit Junior-Mentor im FIRST Robotics Competition High School-Team Lebotics.

Sebastián Cruz
Sebastián Cruz

Sebastián Cruz ist ein 22-jähriger Ingenieurstudent in Mechatronik am Technologischen Institut von Monterrey auf dem Campus von Cuernavaca. Er ist ca. 1,80 groß hat stark gelocktes, rötliches Haar und immer ein lächeln auf dem Gesicht. Cruz (sein Spitzname) hat immer einen Witz übrig und ist allerdings ein sehr guter Ingeneur. Somit gewann er mit Iktan Roving als STEM-Leader mehrere HERC-Preise, darunter auf der virtuellen Challenge den zweiten Platz 2021, den ersten Platz 2022, den STEM Engagement and Ingenuity Award.

Daniela Espinosa
Daniela Espinosa ist eine 20-jährige Studentin im dritten Semester des Studiengangs Mechatronik am Tec de Monterrey Campus in Cuernavaca. Sie ist ca. 1,70m groß und hat braunes, gewelltes Haar. Dani (ihr Spitzname) ist eine nette junge Fau welche sich stehts um ihr Team kümmert. Sie ist ehemaliges Mitglied des Highschool-Roboterwettbewerbs Lebotics Team und aktuelles Mitglied von Iktan Roving als Pilotin und Teamleiterin. Leider ist sie schüchtern und lässt sich ungern fotografieren.

 
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2022 - Artemis 1
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Der Anfang einer neuen Ära

16.11.2022, Cosma Heckel
   
Wie ein Déjà-vu fühlte es sich an, als die Menschenmassen aus den Bussen hin zu den Tribünen strömten. Genau wie bei den letzten Malen setzten wir uns auf die hinterste Tribüne, mit gutem Blick auf den Bildschirm und einen noch besseren auf die SLS. Die Alu-Sitzbänke waren feucht und von kleinen Tautropfen übersät, die Luft warm und feucht. Die Countdown-Tafel zeigte -03.07.38 an und schnell wechseln die Blicke hinüber zur angestrahlten SLS, die nicht mehr als 5 km von uns entfernt ist. Dieser Anblick war bereits bekannt und jeder empfand es als unwirklich, diese Rakete in knapp 3 Stunden starten zu sehen.

 SLS on Pad 39B during night. (copyright: International Space Education Institute)
 
Arthur und ich bereiten die 2 Go Pros und eine 360° Kamera vor und installieren sie. Diese werden den Flug zurück zum Mond aufnehmen. Es fühlt sich immer noch unreal an.
 
T- 02.48.00 Wir folgen Valeria, Sakurako und Valencia in das Saturn 5 Center, um von der Location so viel wie möglich mitzunehmen. Somit schauen wir uns von historischen Raumanzügen, über Hologramme bis hin zu einem Walkthrough der Apollo alles an. Sakurako, Valeria und ich fanden vor allem die Hologramme am interessantesten. Valenzia hat besonderen Gefallen am Center gefunden und schaut jede Ausstellung 3-mal an. Ich erkannte mich selbst in ihr wieder.
 
Nach dem Sitzen auf einem Modell des Apollo-Mondrovers gehen wir zurück zur Tribüne. In diesem Moment erhalten wir die Nachricht, dass die “RED-Crew” den lockeren Bolzen fixieren konnte und die Probleme der Wasserstoffbetankung behoben wurden. Kurz gesagt: Alles stand auf GO! Jeder sprang hoch, stieß ein Jubeln aus und konnte es kaum glauben. Denn ab diesen Augenblick war klar, dass der Weg für den Start frei ist und jegliche Zweifel versiegten.

Livestream from NASA observing actions of the „RED Crew“. (copyright: International Space Education Institute)
 
T- 01.48.00 Die Zeit des Wartens brach an. Auf dem Weg zurück zur Tribüne trafen wir überrascht Lynn Dotson. Wir lernten sie vor 2 Monaten beim Artemis Launch Check-in kennen und freuten uns sie wiederzusehen. Sie war heute als Aufpasser tätig und begleitete amerikanische Schulklassen aus Texas und Kalifornien. Freudig nahmen wir auf der Tribüne Platz, schauten uns den NASA-Livestream an und beobachteten jeden Twitter Post von NASA genau. Je näher der Start rückte, desto unruhiger wurden die Zuschauer.
 
T- 00.58.00 Der Countdown bleibt um 1:04 bei -10 Minuten stehen, denn jetzt werden alle Systeme gecheckt und das 2-stündige Startfenster öffnet sich. Spannung liegt in der Luft und steigt mit jedem Mal, als es immer öfter “We are ready to Go” aus den Lautsprechern schallt. Die meisten Blicke sind auf den großen Bildschirm rechts neben unserer Tribüne gerichtet, denn die Zeit wird mit Interviews und dem Erklären der SLS-Flugbahn überbrückt. Wir hingegen schießen mithilfe von Langzeitbelichtung ein paar gute Nachtfotos.

Nightpicture of the whole Team infront of the SLS rocket. (copyright: International Space Education Institute)
 
T- 00.39.00 Die Sicht auf die SLS ist frei, jegliche Wolken am Himmel verschwunden und die Luft immer noch feucht. Jede Oberfläche, die kälter ist als seine Umgebung, ist beschlagen, genauso wie die Kameralinsen der Go-Pros. Valeria und ich halten unsere Zuschauer auf Social Media auf dem neusten Stand. Die kleinsten Mitglieder unseres Teams werden immer müder und ruhen sich bis zum Starten des Countdowns aus.

Teamphoto on tribune at Banana Creek. (copyright: International Space Education Institute)
 
T- 00.12.00 Auf dem großen Bildschirm ist nun live ins Mission Control Center geschalten. Alles ist still und jeder schaut wie gebannt auf ihn. Charlie Blackwell-Thompson (Flight Officer) fragt alle Flight Controller nach deren „Go“. Ohne ein Zögern sagt jeglicher Controller zu. Ein Jubel geht durch die Menge, welches beinahe ihre folgenden Worte übertönt:
 
"On behalf of all the men and women across all great nations who worked to bring this hardware all together, to make this day possible. And for the Artemis generation, this is for you: At this time I give you a go to resent the Count and launch ARTEMIS 1."

Übersetzung: "Im Namen all der Männer und Frauen aus allen großen Nationen, die daran gearbeitet haben, diese Technologie zusammenzubringen, um diesen Tag möglich zu machen. Und für die Artemis-Generation, das ist für euch: In diesem Moment gebe ich euch grünes Licht, den Countdown fortzusetzen und ARTEMIS 1 zu starten."
 
Arme werden hoch geschmissen und es wird gejubelt, denn in den darauffolgenden Sekunden, zählt die rote Anzeigetafel links von unseren Tribünen von 10 abwärts.

Jesco beeing excited; SLS in the background. (copyright: International Space Education Institute)
 
T- 06.00 min - Jeder bereitet sich auf das bevorstehende Ereignis vor. Die Leute beginnen aufzustehen.
 
T- 01.00 min - Ab jetzt bin ich sehr fokussiert, gehe zu den Kameras, die am Fuß der Tribüne stehen und schalte sie ein. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, bis in die Fingerspitzen.
 
T- 30 sek - Es ragen immer mehr Handys in die Höhe und filmen die kleine, hell-strahlende SLS am Horizont. Mein Bauch kribbelt, mein Puls steigt.
 
T- 10 sek - Die Menge beginnt herunter zu zählen. Die Menschen jubeln.
 
T- 9 sek - Ich schaue mich um. Sehe viel Gesichter, darunter auch die unserer Teammitglieder.
 
T- 8 sek - Ich drehe mich zurück zur SLS und werfe kurze Blicke zur Countdown-Tafel und zum Hauptbildschirm
 
T- 7 sek - Ich spüre meinen Atem.
 
T- 6 sek - Mein Herzschlag beginnt zu rasen.
 
T- 5 sek - Funken sprühen und die RS-25 Haupttriebwerke zünden.
 
T- 4 sek - Die Menschenmenge zählt gemeinsam runter.
 
T- 3 sek - Es klacktert. Die ersten Serienaufnahmen beginnen.
 
T- 2 sek - Weltweit halten tausende Menschen ihre Blicke auf die Mondrakete. Am Horizont bildet sich ein heller Lichtball.
 
T- 1 sek - Wir fliegen zurück zum Mond.
 
 SLS rocket launching at 1.48 am from pad 39B. (copyright: International Space Education Institute)

Der Koloss hebt langsam ab. Das Licht des Feuers ist so hell, dass es mich beinahe blendet, doch ich schaue nicht weg. Zur Seite hinaus,schießen riesige, weiße und dichte Rauchwolken. Sie reflektieren das Licht des Feuers und leuchten gelb-golden. Der Feuerball wird heller und heller. Er beleuchtet den ganzen Himmel und scheint grün - blau. Es ist wie Tag. Ein neuer Tag. Der Sonnenaufgang einer neuen Ära, der des Mondes.
 
Mir stockt der Atem, meine Augen werden groß und ich befinde mich in einer Blase, weigernd das zu realisieren, was ich gerade sah. Ich fühlte mich dem Start, der Rakete so nah. Hautnah. Meine Augen füllten sich mit Tränen, die Welle an Emotionen, die jeden übermannte, war noch unaufhaltsamer als beim SpaceX Start.
 
Die SLS stieg den Nachthimmel empor und wurde immer kleiner. Ihr folgte die Rauchspur, die immer noch hell beleuchtet wird. In ihr tanzen die rot-orange leuchtenden Flammenenden, des gigantischen Feuerstrahls.

 SLS high up in the sky with long smoke trail. (copyright: International Space Education Institute)
 
T+ 2.12 min - Die Feststoffbooster sind ausgebrannt und werden abgeworfen. Es war erstaunlich, wie deutlich man dieses Abtrennen am Himmel beobachten konnte. Zwei kleine Lichtpunkte, fast so groß wie Sterne am Himmelszelt, die sich jeweils nach links und rechts vom Haupttriebwerk entfernten.
 
T+ 3.30 - Das Jettison Orion Launch Abort System wird abgeworfen. Vor diesem stand ich bereits 2015 im Kennedy Space Center. Man kann nun die silbern glänzende Orion Kapsel auf dem Livestream erkennen.
 
T+ 8.20 min - Das Haupttriebwerk ist jetzt ebenfalls ausgebrannt und wird abgetrennt. Die SLS befindet sich schon auf halben Wege über den Atlantischen Ozean und ist nur noch als kleiner heller Punkt zu erkennen. Die Flugbahn von unserem Standpunkt aus geht senkrecht nach oben und im weiteren Verlauf leicht nach rechts ab. Die Rakete entfernte sich und wird von uns aus gesehen immer langsamer. Schließlich erreichte sie das Maximum ihrer Flugbahn und scheint sich zurück zur Erde zu bewegen. Diese optische Täuschung wird durch die Erdkrümmung und der Brechung des Lichtes in der irdischen Atmosphäre erzeugt.
 
> T+ 8.20 min -  Immer noch gefesselt von diesem atemberaubenden Anblick schaue ich auf den Sternenhimmel. Der kleine leuchtende Punkt bewegt sich langsam am Mond vorbei weiter um die Erde. Die dicken Rauchwolken verziehen sich nur langsam und das Feuer am Startplatz 39B, auf dem die SLS vor ca. 10 Minuten noch stand, ist nun gelöscht. Der Himmel nimmt wieder seine ursprüngliche Farbe an, Dunkelblau bis Schwarz. Die Menschenmassen strömen langsam von den Tribünen zurück in die Busse. Arthur und ich packen die Kameras ein und machen es zusammen mit Sakurako, Valeria, Valencia, Jesco und Ralf den anderen gleich. Fahrend in Richtung Parkplatz überrollt mich, genauso wie die alle anderen unseres Teams, die Müdigkeit. Im Halbschlaf lässt mein Unterbewusstsein den Start Revue passieren. Es ist magisch, diesen Start immer in Erinnerung halten zu dürfen. Das Bild, der startenden Rakete werde ich nie vergessen. Es ist viel zu einzigartig.
 
Auf dem Parkplatz angekommen, fahren wir mit dem SUV zurück ins Motel 6. Sakurako bringt Valencia nach Titusville, und macht sich anschließend selbst nach Daytona.

 The team saying their goodbyes to Sakurako. (copyright: International Space Education Institute)
 
Dieser Sonnenaufgang war etwas Besonderes, aber ich denke, dass die Wenigsten realisieren, zu welchen Dingen die Menschheit heute fähig ist und morgen sein wird.

 

 


 

Pre-Launching

15.11.2022, Cosma Heckel

Heute ist der Tag vor dem Start. Der Start der SLS, der größten und schwersten Rakete der Welt. Und so wie die meisten Menschen ihre Bedeutung verstehen: Der Start der Mondrakete.

Space Launch System rocket at Pad 39B. (copyright: International Space Education Institute)

Bis es dazu kam, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden, die sich in den darauffolgenden Stunden auszahlen werden. Somit beginnt der Morgen des 15.11.2022 recht spät, denn erst um 9 Uhr stehe ich auf meinen Beinen. Mit dem Handy in der einen Hand und einer Zahnbürste in der anderen schreibe ich meinen Bericht des gestrigen Tages zu Ende. 5 min später bearbeite ich vorherige Textstücke mithilfe meines Laptops gebeugt über den Hoteltisch. Mist. Das WLAN reicht nicht. Ich gehe vor die Tür des Zimmers, direkt unter den WIFI-Verstärker und hoffe, dass ich nun unsere Social Media Arbeit fortsetzen kann. Mit Erfolg, doch die bereits schwere warm-tropische Luft und die hellen Sonnenstrahlen machen diese Arbeit im stehen nicht besonders leicht. Deshalb entscheiden Valeria und ich uns dafür, in das nahegelegene Beachside Hotel zu gehen. In der klimatisierten Lobby, führten wir unsere Arbeit also fort.

Die Stunden verstreichen. Und aus 13 Uhr Nachmittags wurde schnell Abend. Arthur war zwischenzeitlich hinzugekommen um ebenfalls das WLAN zu nutzen und postete seine Berichte.

Gegen 17 Uhr gehen wir wieder zum Motel 6 um uns auf die Abreise vorzubereiten. Zusammen mit Ralf und Jesco packten wir alle Kameras und benötigte Utensilien ein. Jeder zieht sich das Missionshirt über, ich schlüpfe in meinen Raumanzug.

Um 18h kommt auch Valeria und macht sich bereit. Kurz vor der Abfahrt: Ich finde mich in einem Kreis wieder, denn wir alle stehen in der Mitte des großen Hotelzimmers. Ralf erklärt uns den Ablauf und die Dinge auf die wir zu achten haben. Die Realität des bevorstehenden Startes rückt immer näher, doch für mich war sie in diesem Zeitraum noch nicht greifbar. Dann geht es los.

Wir fahren mit dem SUV zum Treffpunkt der VIP Gäste. Der Parkplatz ist riesig und wurde erst vor ein paar Tagen fertiggestellt. Die Luft is feucht und der Parkplatz hell beleuchtet. Bis jetzt sind nur wenige Autos auf diesem zu sehen, doch er füllt sich im laufe der Zeit. Mit einer Bockwurst und einer Getränkedose in der Hand stehen Valeria, Arthur, Jesco und ich an der Autoheckklappe und nehmen unser Abendbrot ein. Nicht viel später kommen Sakurako Kuba und Valencia ebenfalls an und somit war das Team vollständig. Wir verließen die Autos, nahmen alle Taschen in die Hand und machten uns auf zur Busstation. Die Schlange vor uns war bereits lang doch nach nur 10 Minuten, reichte sie bis zum Ende des Parkplatzes. Große Busse fuhren ein und wunderlicherweise leer wieder aus. Somit saßen wir nach einer halben Stunde ebenfalls in einem und begannen unsere Reise zum Aussichtspunkt. Banana Creek, Cape Canaveral.

 The team infront of a NASA bus. (copyright: International Space Education Institute)

Es ruckelt, das Deckenlicht blendet und die Verdunkelung der Scheiben ermöglicht es kaum, draußen etwas zu erkennen. Valeria sitzt neben mir am Fenster des Artemis-Tourbusses. Alle zusammen sind wir mit 50 weiteren Menschen auf dem Weg zum Banana Creek. Vorbei am VAB, was leider kaum erkennbar ist, kamen wir um 21:30 Uhr an.

Teamphoto in front of the Countdown board. (copyright: International Space Education Institute)
 

 


 

Der letzte Tag in Florida

06.09.2022, Cosma Heckel

Heute ist der letzte Tag in Florida. Alle unsere internationalen Teammitglieder sind abgereist und teilweise schon zu Hause angekommen.
Wir nutzten diesen Tag, um uns auf die morgige Abreise vorzubereiten. Darunter zählte die weites gehende Fertigstellung der Berichte, das Packen unserer Koffer, das Managen von Social Media und der Besuch von bekannten Orten.

Deshalb gingen Arthur, Tara und ich los etwas Proviant für die Reise einzukaufen. Die Sonne schien hell vom Himmel und die Temperaturen selbst im Schatten stiegen bis auf 35 °C. Deshalb sah man auch eher Autos auf den Straßen anstatt Menschen auf den Gehwegen. Mit ein paar Riegeln und einem kleinen Pack Wasserflaschen machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Den Nachmittag füllte ich mit dem Weiterlesen des Buches Apollo 8 und dem Genießen des letzten Tages. Zuweilen ebenfalls ein letzter Strandbesuch anstand. Zu diesem liehen wir ein Surf-Brett aus und jeder versuchte sein Glück. Nach ein paar Minuten kam die richtige Welle, ich schwamm nach vorn, stieg auf, sodass ich mit den Knien auf dem Brett stand und bis zum Strand surfte. Etwas später schaffte ich es ebenfalls im kompletten Stehen. Das war ziemlich cool, vor allem da es das erste Mal generell war, dass ich versuchte zu surfen. Zu Abend aßen wir ein letztes Mal am Pier von Cocoa Beach. Es war ein ruhiger Abend. Ab und zu wehte eine milde Brise aus Richtung See.

Um 20:30 begannen wir uns unter den freien Himmel, denn die gestern gestartete Starlink-Satellitenkette flog über Florida hinweg. Auf der Starlink Website konnte man sie genau beobachten und sie zusätzlich am Himmel betrachten. Nacheinander ziehen die kleinen leuchtenden Punkte am Himmel vorbei. Zu wissen, dass dies „unsere“ Satelliten sind, war echt ein tolles Gefühl.

Es war ein schöner letzter Abend in Cocoa Beach und als nur noch die Sterne am Himmel zu sehen waren m, legten wir und ein letztes Mal ins Bett.

Der Abreisebericht sowie jegliche Fotos sind unter diesem Link zu finden:

https://www.facebook.com/rovernauts/

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Der SpaceX Launch und 52 neue Satelliten im Orbit

04.09.2022, Cosma Heckel

Gestern Abend fanden Sakurako Kuba und ich raus, dass am 04.09. eine Falcon 9, SpaceX Rakete auf dem Pad 40 starten soll. Heute. Also war die Enttäuschung über den Startabbruch der Artemis 1 halb vergangen, als wir uns für diesen SpaceX Start vorbereiteten.

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Da der Launch 10:09 Uhr EDT stattfinden soll, haben wir den Tag viel Zeit um uns darauf vorzubereiten. Also machten wir uns schon einmal zu unserer Zuschauertribüne direkt neben dem State Highway 401, um spontane Zwischenfälle zu vermeiden. Von hier aus sind es ca. 12 Meilen (ca. 19 km) bis zum Startplatz 40.

Auf der Rückfahrt nahmen wir ebenfalls ein paar Videobotschaften am Stadteingang von Cape Canaveral auf. Anschließend ging es zurück ins Hotel in dem Ian, Abraham und Turner bereits auf uns warteten. Wir machten uns bereit, zogen unsere Team-Shirts über, checkten und luden noch einmal alle Kameras und beobachteten, ob irgendwelche Änderungen bezüglich des Starts auftreten.
Alles auf Go. Take 3.

Es waren noch mehr als 8 Stunden Zeit, wovon wir 2 nutzten, um ein paar Souvenirs für unsere mexikanischen Freunde zu besorgen, denn heute ist leider ihr letzter Tag in Cape Canaveral. Anschließend werden sie zurück nach Mexiko fliegen. Wir genossen die letzten paar Stunden vor dem Start, denn aus Teampartnern sind über ein paar Tage Freunde geworden.

Es meldete sich das KSC mit einer Vor-Verschiebung des Startes auf 20:00 Uhr, doch wie sich später herausstellte war dies eine Fehlmeldung. Natürlich wussten wir das bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht, also machten wir uns gegen 18:00 Uhr auf zur Tribüne. Wir stellten alle Kameras auf und nahmen schon einmal die Plätze ein.

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Es war 19:45 Uhr ETC als wir schließlich die Nachricht erhielten, dass sie Falcon 9 bis 10:04 auf dem Erdboden bleiben wird. Manche hatten bereits Zweifel, dass dieser Start ebenfalls verschoben wird und uns wieder einmal “the bad luck” trifft, doch wir blieben optimistisch.

Langsam ging die Sonne unter und der Mond war nun der hellste Fleck am Himmel. Es wurde ruhiger und die Plätze der füllten sich. Da diese Startbeobachtungsposition Öffentlich zugänglich ist, kamen viele Leute und setzten sich samt Campingstuhl ins grüne Gras.

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Auf einmal tauchte im Wasser vor uns eine Delfingruppe auf. Abwechselnd hoben sich ihre Rückenflossen aus dem Wasser. Jesco, mein kleiner Bruder, wollte gerade sagen, dass Haie im Wasser vor uns sind, als ich befor ich ihn beruigen konnte. Denn es waren Delfine.

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T-60 Minuten
Die Kameras werden noch einmal durchgecheckt und vergeben, somit hat jeder min. eine kleine Aufgabe.

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T-30 Minuten
Die Spannung steigt langsam. Es ist schwer zu glauben, dass der kleine Strich am Horizont gleich abheben wird. Oder wird er es überhaupt? Das war etwas schwer zu glauben.

T-10 Minuten
Ich machte eine letzte Testaufnahme mit der 360° Graf Kamera. Alles funktionierte. Nun schalteten alle ihren Countdown ein und saßen mit wackligen Knien auf den Triebbühnenbänken.

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T-3 Minuten
Ich positionierte mich, mit einer GoPro in der Hand auf uns gerichtet und bereit für das Anschalten der 360° Grad Kamera.

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T-1 Minute
Kameras sind an und Augen auf das Pad 40 gerichtet. Alles andere ist dunkel. Das einzige was zu hören ist sind die zirpenden Grillen im hohen Gras am Uferrand und der Indian River.

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T-5 Sekunden
Die Triebwerke der ersten Stufe zünden und es erscheint ein heller Lichtpunkt am Horizont. Er wird größer und heller. Ein Staunen rast durch die Menge.

T-0
Die von hier aus kleine Rakete erhebt sich langsam und mit ihr, der Lichtball. Die Triebwerke der Booster sind inzwischen auf 100 % Leistung.

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T->0
Die Rakete wird schneller und schneller. Die Flamme formt sich nun oval. Mit zunehmender Höhe neigt sich die Falcon 9 leicht nach rechts, somit verhält die Flugbahn sich ähnlich der quadratischen Funktion f(x) = 4 √x.
Dieser Moment fühlt sich unreal an. Nach bereits zwei abgebrochenen Startversuchen startet zwar nicht die SLS, jedoch die Falcon 9 SpaceX rocket.

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T-47 Sekunden
Mittlerweile ist der Schall über 12 Meilen (ca. 19 km) Entfernung zu uns gelangt. Der Boden vibrierte leicht und der Start hörte sich wie das Lodern einer Gasflamme an, nur hunderte Male stärker, tiefer und lauter. Trotzdem ertönte das Geräusch der feuernden Triebwerke durch die Entfernung etwas gedämmt. Ähnlich wie, wenn man über schneebedeckte Felder ruft. Die Tonsequenzen, die wir hörten, waren bereits 47 Sekunden alt und zeitverschoben mit dem, was wir sahen.

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Ab dem Moment, an dem die Rakete den Erdboden verließ, befand ich mich emotional in einer Blase. Abgeschottet von jeglichen Aktionen in meiner physischen Gegenwart, war ich komplett fixiert auf die Falcon 9. Das Lodern der flammenden Triebwerke, das Beschleunigen ihrer Geschwindigkeit und der leere Startplatz erschufen ein eingeprägtes Gefühl. Ein Gefühl von Spirit, Hoffnung, Ungewissheit, Wissbegierde, Träumen und Realität. Die Möglichkeiten, die sich durch solche Starts ermöglichen, sind unglaublich. Und erst wenn man selbst dabei ist und diese über Jahre geplant, ausgefeilt und entwickelten Konstruktionen der Zukunft empor steigen sieht, wird man sich dieser Möglichkeiten bewusst.
Um ehrlich zu sein, denke ich, dass ich erst Tage nach dem Start entschlüsselte und realisierte, was wir erlebt haben und was ich dabei empfand.

Dabei ist diese Rakete noch nicht einmal eine Mondrakete. Trotzdem schickt sie auf dieser Mission die Gruppe 4-20 mit 52 Starlink-Satelliten in den irdischen Orbit. Diese ermöglichen besseren Internetempfang und eine dichtere Vernetzung der Satelliten. Darunter auch der Spaceflight's Sherpa-LTC Satellit, welcher verwendet wird, um Satelliten und gehostete Nutzlasten an die niedrige Erdumlaufbahn (LEO) und die polare Umlaufbahn (SSO) zu liefern. Die dazu genutzte 1. Stufe ist wiederverwendbar und landete ohne Komplikationen nach 8:30 Min sicher auf dem SpaceX Drohnen Schiff im Atlantischen Ozean.

Somit war der Abschnitt des Startes, der mit dem eigenen Auge betrachtbar ist, auch schon vorbei.

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T- >8:30
Nur wenn man gute Augen oder ein Fernrohr besaß, konnte man den kleinen Feuerball am Himmel noch erkennen. Die Flamme war mittlerweile ziemlich schmal und lang geworden und sie leuchtete wesentlich schwächer. Sie verließ bereits die Atmosphäre.

Auf den Zuschauertribünen regte es sich inzwischen. Jeder packte seine Sachen ein und machte sich bereit zur Heimfahrt, was mich persönlich wunderte. Doch tatsächlich sind SpaceX Starte in Cape Canaveral nicht mehr selten. Der nächste Start der Falcon 9 ist bereits in 6 Tagen am 11. September um 3:20 GMT+2.

Nachdem wir unsere Blicke von dem kleinen Lichtpunkt der Rakete lösen konnten, schauten wir uns mit offenen Mündern an. Das Unglauben und die Faszination konnte man in den Augen von jedem sehen. Mir rasten tausende Bilder durch den Kopf.

Langsam wachten wir aus diesem Erstaunen auf. Ich schaltete die 360° Kamera aus und ging mit der Go Pro in der Hand hinüber zu Ralf und Jesco, welche sich ebenfalls um das Ausschalten der Kameras kümmerten. Jesco erblickte die Welt nun ebenfalls mit großen Augen. Ralf hat gleich die Langzeitaufnahmen betrachtet, welche wirklich spektakulär aussahen.

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Gleichend mit den ebenfalls anwesenden Zuschauern, packten wir alles zusammen, denn es war bereits 10:30 am Abend. Das ging alles ziemlich schnell, denn nach gut 10 min befanden wir uns wieder am Indian River. Zwar an einer anderen Stelle als bisher, aber die Beobachtung des Biolumineszenz Phänomens war jedoch auch für Ian, Turner und Abraham eine spektakuläre Erfahrung. Allerdings nicht unübertreffbar mit dem Start der Falcon 9.

Kurz nachdem wir im Hotel angekommen waren, mussten die drei leider schon abreisen. Nach dem Anfragen eines Ubers saßen sie 2 Min. später im Auto auf dem Weg zum International Airport Orlando. Nachdem wir unsere Berichte geschrieben hatten, gingen auch wir nach Hause, in unsere Betten.

 


 

We do this things not because they’re easy, but because they are hard.

03.09.2022, Cosma Heckel

Es war 5 Uhr, als jeder im Apartment aufstand und herumwirbelte. Alle Sachen wurden zusammengepackt und in kleine Rucksäcke gepackt. Schließlich stand auch ich auf, mit einem Fuß noch fast im Halbschlaf. Ich zog mir das Mission-Shirt und eine lange Hose drüber, schlüpfte in meine Schuhe und schnappte mir den kleinen Rucksack. Schon 5:30 saßen wir im Kleinbus, in Richtung regional Airport Titusville.
Allerdings hielten wir auf einem Publics (Supermarkt in den USA) Parkplatz einen Zwischenstopp und sammelten Sakurako Kuba (aktuell trainierende Astronautin) ein. Sie übernimmt den Platz von Alina.

6 Uhr kamen wir am regional Airport Titusville an. Die Autoschlange war viel kürzer und verlief viel flüssiger. Auf dem Parkplatz befanden sich ebenso wenige Autos wie später Menschen im Bus. Nachdem wir geparkt haben, sammelten wir uns und liefen zu den Bussen.

Es lag Nebel über den Solarfeldern. Die Sonne war bereits aufgegangen, jedoch versteckt hinter der Wolkendecke.

7 Uhr hielt der Bus am Banana Creek im Cape Canaveral, ausgestiegen fanden wir uns an unseren Plätzen ein. Der ungehinderte Blick auf die SLS war wieder möglich. Und selbstverständlich war er es Wert.

Deshalb nutzen Valeria und ich die Gelegenheit, ein Video-Update für Social Media zu erstellen (Instagram: rovernauts).
Gleich im Anschluss nahmen Arthur und ich Videos für unsere Schulen auf.

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Die Sonne stieg höher und mit ihr, auch die Temperaturen. Also besuchten Yvonne und ich den 8- förmigen Apollo Walkthrough. Dabei werden alle Apollo-Missionen und die Astronauten nacheinander beschrieben.
In der Mitte des ersten Kreises ist das Missionlogo der gesamten Apollo-Mission in Form von Teppich wiedergegeben. Im zweiten Kreis steht ein Denkmal von Apollo 11 mit dem bedeutenden Zitat „The Eagle has Landet“. Es war erschließend alles auf einen Blick zu sehen. Wir gingen zurück zur Tribüne, da das Saturn V Center erst 9:15 öffnet. Es war 8:30.

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Dort saß jeder schweißtriefend im Schatten. Manche trauten sich bei 36 °C und voller Sonne, mit einem Regenschirm auf der Tribüne zu sitzen. Ich kann mir vorstellen, dass das schwer auszuhalten ist, vor allem weil ab gleichem Standort befand. Die Feuchte lag schwer in der heißen Luft, die Sonne brannte. Jesco war bereits im Schatten eingeschlafen, als das Saturn V Center öffnete. Sofort strömen die Menschen in die klimatisierte Halle, wo ganz nebenbei die 2te und 3te originale Saturn V Stufe steht.

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Nach einer halben Stunde besuchten auch Ralf, Tara, Arthur und ich das Center.
Es ist schon erstaunlich wie groß die erste Mondrakete ist, vor allem wenn man mal unter ihr steht. Die einzelnen Funktionsweisen jedes einzelnen Bordcomputers oder Gegenstandes sind gut durchdacht. Nichts ist unbedacht. Das gibt ein Gefühl Sicherheit.

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Die Ausstellung samt Mondlandemodul und Moonrover sind sehr interessant. Wir verwenden das gleiche Prinzip für den Aufbau der Räder, wie man es schon vor 50 Jahren auf dem Mond verwendete.

Das Highlight war der Start der Apollo 8 Mission. Eine Filmvorstellung mit Blick auf das damalige Mission-Control, 4D Effekten und verdammt guten Sound. Nachdem wir ein paar Teamfotos geschossen haben, ebenfalls mit Sakurako und Valeria, ging es zurück zur Tribüne.

Es war bereits gegen 10:30 als wieder Probleme beim Betanken verkündet wurden. Somit kam ein Leck im Wasserstofftank hinzu. Die Stimmung sank bereits, da die Hoffnungen auf den Start weiter schwanken.

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Gerade als Valeria und ich ein Update auf Social Media posten wollten (11:17), wurde es verkündet. “The Launch is scrubbed” - Der Start wurde abgebrochen.

Der Moment war so ironisch, sodass Valeria und ich lachten. Die Ingenieure haben bereits gute 15 Minuten vor dem Abbruch kundgegeben, dass sie dazu raten, den Start abzubrechen. Nun kam nur die Bestätigung von Flight Director, welcher die Entscheidung mit der Beachtung aller Fakten fällte.


Es war also vorbei. Dies war das letzte Startfenster in der Zeit unseres Aufenthaltes. Aber ich bin kein bisschen traurig. Das ist ok. Denn wie Bill Nelson im Verlauf dieses Tages sagte: “Two scrubs is a lot less than a failure,“
Mann muss dabei beachten, dass dieser Start ein Testflug ist und Abbrüche viel öfter vorkommen. So wurde ein Space Shuttle Start 5-mal verschoben, bis der Start beim 6. Versuch 99 % Erfolg hatte.

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Wir fuhren zurück zum Hotel, mit einem kleinen Zwischenstopp bei Publics (Supermarktkette), denn dort hat Sakurako ihr Auto geparkt. Valeria und ich sind gleich mit eingesprungen und somit fuhren drei Power-womans in einem Rennwagen einfach Ralf Hinterher. Während der Autofahrt lernte ich etwas japanisch, wobei Valeria ihr Deutsch aufbessern konnte.

Im Hotel angekommen checkten wir jegliche Artemis News der NASA: Es gab wieder ein paar Probleme beim Betanken des Wasserstoffs, welche an Lecks im Tank liegen. Die Rakete wird nun wieder zurück in das VAN gebracht (Roll-In), anschließend enttankt und kann repariert werden.

Leider musste sich Valeria verabschieden, da sie heute zurück nach Orlando fährt. Wir werden sie bedauerlicherweise nicht sehr bald wiedersehen, weshalb wir uns dankend verabschiedeten.

Eine kleine Überraschung war das Eintreffen des japanischen Astronauten Astro Akihiko Hoshide in unser Hotel und der Chef von Jaxa (japanische Raumfahrtagentur). Wir hatten eine kurze und nette Unterhaltung, bevor beide leider weiter mussten.

Der Tag endete mit einem leckeren Dinner bei Rusty’s. Zusammen mit dem mexikanischen Teil unseres Teams genossen wir Fish‘n‘chips einen Becher Coke und die Sicht auf einen SpaceX Booster im Port Canaveral und dem dazugehörigen Dronenschiff.

Das Highlight war eine letzte Excursion zum Indian River, in dem gerade die Biolumineszenz Algen Hochsaison haben. Diese Algen leuchten im Dunkeln blau, wenn man das Wasser bewegt. D.h. Jede Bewegung, die man im Wasser macht, leuchtet blau. Das ist magisch. Vor allem, wenn kleine weggescheuchte Fische hektisch durch das Wasser schießen, sieht man ihre Route ganz genau. Auch wenn wir es gestern schon erlebten, war es für uns genauso cool wie für Sakurako.

Wider im Hotel angekommen, verabschiedeten wir uns von Sakurako, welche nun nach Orlando fährt.

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Somit endete auch dieser ereignisreiche Tag.

 

 


 

Alligatoren, Biolumineszenz Phänomene und Meeresschildkröten

31.08.- 02.09.2022, Cosma Heckel

Die Letzten drei Tage haben wir das floridianische Wetter, den Hotelpool und die Umgebung genossen. Die Highlights dieser Tage werde ich euch nun erläutern, denn es gibt eigentlich viel zu erzählen.

31.08.2021

Heute haben saßen wir hauptsächlich in der viel zu klimatisierten Lobby und schrieben unsere Berichte. Valeria bereitete weiter ihren Spotify-Podcast „Lift off“ vor, welcher in Kürze veröffentlicht werden wird. Sie spricht über den Erfolgsweg von Frauen, wie sie eine gesunde Karriere einschlagen können und was Valeria persönlich auf ihrem Weg gelernt hat, um an ihren Erfolg zu kommen (Tipps und Tricks gegen Bad Habits). Immerhin ist sie inzwischen Mechatronik-Ingenieurin bei Tesla und arbeitet am Cyber Truck!

So lagen wir abwechselnd am Pool oder saßen in der Lobby und arbeiteten weiter, denn durch das Wechseln des Arbeitsumfeldes hat man wesentlich mehr Inspiration und Motivation. Ebenfalls habe ich angefangen das Buch Apollo 8 Aufbruch zum Mond von Jesco von Puttkamer zu lesen. Darin beschreibt er den Start und die ganze Apollo 8 Mission mit sehr guten Worten. Mir gefällt das Buch aber auch, da es Technik orientiert ist. Auch wenn ich ein paar Wörter oder Bezeichnungen nicht kenne, kann ich sie nun nachschlagen und mir darunter etwas vorstellen.

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Es war bereits 14:00 als Valeria und ich die Idee griffen, alle zusammen in ein mexikanisches Restaurant namens „Rock de Guac“ zu gehen. Es ist 2 min zu Fuß von unserem Hotel entfernt, was sich zwar etwas länger anfühlt, wenn man in der prallen Sonne läuft, aber so schlimm ist es nun auch nicht.
Dort angekommen aßen Yvonne, Jesco, Alina, Valeria, Arthur und ich entweder Tacos oder einen „Taco wrap“. Für mich waren es drei leckere Tacos.

Wir schauten uns anschließend die Umgebung an, wobei sich Jesco sehr für den Dino-Store interessierte. Das hat er wohl von seiner großen Schwester:)

Somit lief der Tag mit ein paar weiteren Poolbesuchen und Apollo 8 aus.

01.09.2022

Heute war ein sehr schöner Tag, denn wilde Schildkröten im Atlantischen Ozean sieht man nicht jeden.

Er begann mit einem Standbesuch gegen 11 Uhr. Die Sonne prallte vom strahlend blauen Himmel und die Straße wimmelte vor Hitze. Als man den Holzsteg bis hin zum heißen Sand überquerte, durchlief man einen grünen Tunnel, gebaut aus Pflanzen. Die Grillen zirpen im warmen Schatten, er ist durchlöchert von Sonnenstrahlen.

Ralf, Yvonne, Tara, Jesco und Arthur waren bereits im Wasser, als ich nachkam. Das Wasser ging mir fast bis zur Hüfte, als ich auf einmal einen großen, mit Seepocken besetzten Panzer sah. Nur 10 cm vor mir befand sich eine Meeresschildkröte. Ich war sehr überrascht, blieb aber ruhig, nutze die Gelegenheit und schaute sie mir etwas genauer an.

Ihr Panzer war ca. 30 cm x 40 cm groß und mit weißen Seepocken bedeckt. Um ihren Hals war ein blauer Plastikbeutel geschlungen, wovon ein längerer Rest zur rechten Seite auslief. Sie tat mir leid. Also handelte ich und griff sie seitlich am Panzer, um sie zu fixieren und die Plastiktüte zu entfernen. Ich habe Erfahrung im Umgang von Schildkröten, doch leider noch nicht mit solch großen. Als sie mich bemerkte, machte sie einen Satz nach vorn, glitt aus meinen Händen und schwamm in Richtung tiefen Wasser. Ich habe sie nicht stark genug festgehalten, was mich immer noch bedrückt. Trotzdem hoffe ich, dass ihr jemand anderes helfen kann.

Nach ein paar Stunden machten wir uns zurück zum Hotel, in dem ich mir sofort das Buch Apollo 8 schnappte und weiterlas. Die Zeit verging im Fluge, bis es bereits dunkler wurde.

Wir fuhren zum Pier von Cocoa Beach, um diesen sommerlichen Abend mit einem netten Dinner zu versüßen. Die Aussicht war unendlich. Nur Mengen von Wasser und Himmel waren zu sehen, wenn man nach Osten blickte. Im Westen hing die Sonne Stück für Stück tiefer und der Himmel durchlebte wieder einmal viele Farbspektren bis die Sonne unterging. Wir genossen Mojo Pork Nachos und den beginnenden Abend über dem Wasser. Die Temperaturen sanken und der Himmel färbte sich in immer dunkleres Blau, bis die Sterne zu sehen waren.

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Doch es ging weiter. Nach diesem Dinner fuhren wir zum Indian River direkt neben dem Cocoa Beach Causeway und beobachteten ein spektakuläres Phänomen: Sobald man in das schattige, warme Wasser trat, begann es hellblau zu leuchten. Je mehr man sich bewegte, desto heller leuchtetet die Biolumineszenz.

Meerestiere wie einige Fische, Tintenfische, winzige Krebstiere und Algen produzieren Biolumineszenz, um entweder Raubtiere zu verwirren, Beute anzuziehen oder sogar potenzielle Partner anzulocken. In diesem Fall haben sie mich wahnsinnig fasziniert.

Kleine Fische, welche durch meine Schritte im kniehohen Wasser aufgeschreckt wurden, hinterließen blau-leuchtende Faden-Spuren im Wasser, wie Blitze am Himmel. Ab und zu traten wir auf etwas Spitzes verteilt auf dem weichen Sandboden. Es waren Crown conches (Muscheln) welche im warmen Wasser lebten. Wir betrachteten sie und taten sie direkt wieder ins Wasser.

Nach diesem Abend fuhren wir wieder zurück ins Hotel.

02.09.2022

Der dritte Tag des Wartens ist angebrochen und heute besuchen wir bekannte Plätze.

Heutiger Stopp: der Golf n Gator Park. Hier waren wir schon einige Male zuvor. Damals durfte ich mir ein Panzer Segment eines Alligators anschauen. Diese sind meist knochenhart und kugelsicher, natürlich nur bei ausgewachsenen Tieren.
In diesem Park befinden sich viele verschiedene Reptilien, doch hauptsächlich Alligatoren. Diesen haben wir zusammen mit den Betreuern das Mittagessen serviert.
Auch wenn diese Alligatoren etwas kleiner sind als man sie in Filmen sieht, können sie ziemlich zubeißen. Das war interessant zu sehen.

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Direkt neben dem Gator Park befindet sich eine GoCar Strecke welche die wie das Videospiel Mario Cart funktioniert. Man fährt ein Rennen gegen seine Freunde und kann während des Kurses verschiedene Gadgets einfahren, und diese für sich nutzen. Zuerst führte Valeria weit vorn, doch nachdem wir alle einen großen Zusammenstoß verursachten, führte ich das Rennen bis zum Ende. Das hat auf alle Fälle jedem Spaß gemacht.

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Somit verließen wir Golf n Gator nach einem Stopp im Souvenirladen und fuhren zurück zum Hotel. Nach kurzer Zeit kamen dort auch unsere mexikanischen Teammitglieder an. Zusammen vervollständigten wir unsere Berichte und glichen sie untereinander ab. Anschließend fuhren sie weiter, um gemeinsam Cocoa Beach besser kennenzulernen.

Ich verbrachte den Rest des Tages mit dem Verfeinern der Berichte und lesen von dem Buch Apollo 8.

Abends gegen 11 Uhr gingen wir an den Strand, da es gerade Hochsaison der Schildkröten Legezeit war. Der leere Strand ist flach und lang. Eine Linie von angespülten Algen zieht sich an ihm entlang. Ab und zu staksen ein paar Krebse (ungefähr 8 cm breit) aus dem Wasser. Salzhaltige feuchte Seeluft weht in Richtung Land und der Himmel ist gelegentlich von ein paar Wolken bedeckt, trotzdem sind die Sterne zu sehen. Doch leider sind keine Schildkröten. Diesmal hatten wir anscheinend nicht so viel Glück.

Somit ging dieser Tag zu Ende, doch mit voller Vorfreude auf den morgigen Lauch der Artemis 1 Mission.

 

 


 

Das Kennedy Space Center und ein SpaceX rocket-booster

30.08.2022, Cosma Heckel

Es ist ein Tag vergangen, seitdem die Artemis - Mission gestartet sein sollte. Leider ist sie das nicht, wie wir alle wissen, doch bis zum nächsten Startfenster geht unser Programm weiter. Nach eigenem Tag Pause, Bericht, schreiben und ersehnten Schlaf ist bereits 8 Uhr morgens, als wir frühstücken und unsere Sachen für das Kennedy Space Center packen. Denn heute werden wir den Visitor Complex des KSC besuchen.
Es ist um 9 Uhr als wir am Eingang des Kennedy Space Center stehen. Markiert durch eine große blaue NASA Logo-Kugel. Von hier aus begannen wir den Besuch. Erster Stopp: Atlantis Center. Vor diesem Gebäude steht eine Replika des Space Shuttles, welches gerade neu angestrichen wurde. Wir warteten auf unser mexikanisches Team, welches nachträglich mit dem Auto kam. Als wir vollständig waren, ging es los.

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Nach dem Eintreten wird man weitergeleitet in eine Geschichtsreise rund um das Spaceshuttle. Die Entwicklung wird von der ersten Idee, über scheiternde Testversuche und viel Arbeit bis hin zum Start des Space Shuttles Atlantis. Der Rückblick und die Zukunft wird in zwei aufeinanderfolgenden Video-Vorstellungen wiedergegeben. Zum Ende der zweiten Vorstellung öffnet sich die Leinwand und das echte Spaceshuttle Atlantis erscheint. Es ist immer wieder ein atemberaubender Effekt, der alle Zuschauer erstaunen lässt.
Immer noch wie erstarrt von dem Anblick der Atlantis, begannen wir Teamfotos zu machen. In Aufstellung Team weise und Porträt. Direkt neben dem Spaceshuttle Atlantis befindet sich eine exakte Nachbaute von Hubble (Hubble Space Teleskope-Astronomisches Observatorium). Es war sehr interessant, einmal danebenzustehen, denn nun hat man ein Gefühl für die Größe.

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Weiter durch das Atlantis Center, eine Rutsche hinunter, welche den Landeanflug des Spaceshuttles simuliert. Weiter zur Ehrung der Astronauten, welche ihr Leben bei diesen Start- und Landeversuchen verloren. In diesem walk-through sind persönliche Gegenstände der Astronauten ausgestellt, sowie Trümmerteile der Unglücke von Challenger (28.01.1986) und Columbia (01.02.2003)
Ralf Heckel hielt hierbei eine berührende Rede, über diejenigen, welche wir bei diesen Ereignissen verloren und auch über jene, welche wortwörtlich ihr Leben der Raumfahrt widmeten. Es ist traurig auch über diese Seite der Raumfahrt zu reden, doch gerade durch sie, wurden die Gefahren ernster genommen und stärker an den Sicherheit-Systemen gearbeitet. Ich habe großen Respekt, Ehrfurcht und Inspiration vor und durch diese Personen.

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Nach weiteren Fotos ging es weiter zum Center for Space Education. Dort trafen wir den Astronauten Charles Camarda. ‘Charlie‘ flog vom 26.07.2005 bis zum 09.08.2005 mit Discovery zur ISS. Dies war der erste Flug nach dem Unglück von Columbia und ist deswegen auch bekannt als ‚Return to Flight‘ (Rückkehr zum Flug).

Cosma Heckel

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Nach einer netten Unterhaltung, gefüllt von neuen Kontakten ermöglichte uns David (einer der Leiter dieses Gebäudes) einen Blick auf eine nachgestellte Mondoberfläche, welche als Test-Geländekurs für Roboter verwendet wird. Somit treten jährlich ausgewählte Colleges und Highschools gegeneinander an, mit der Mission, funktionsfähige Roboter zu konstruieren. Das fand ich sehr interessant, vor allem da ein Roboter des letzten Rennens noch dastand.

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Der nächste Halt war das Space Mirror Memorial. Dieses Denkmal besteht aus einem großen schwarzen Spiegel, welcher sich dauerhaft der Sonne ausrichtet. Jeder Name eines verunglückten Space Shuttle Mitgliedes ist in eine der schwarzen Steintafeln geprägt. Somit, wird das Sonnenlicht reflektiert und strahlt bei Tag. Sie ist riesig, wenn man mal davor steht.

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Nach ein paar Teamfotos war es bereits 13:30 als wir endlich in das klimatisierte Space-Restaurant traten. Draußen war es unerträglich warm geworden. Das mexikanische Team schaute sich weiter um, während wir unsere erste Mahlzeit unseres Tages verspeisten. Nach gut einer Stunde war jeder wieder da, um die letzten Fotos am Astronaut Mirror Memorial, Step. Power. Launch und im Rocketgarden zu schießen.

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Nun konnte jeder Privat-Touren machen. Abraham, Arthur, Ian, Turner, Dani, Cruz und ich liefen zusammen zum Gateway. Dieses ist das neueste Gebäude im KSC und beinhaltet Ausstellungen der aktuellsten Missionen und denen der Zukunft. Wir konnten eine echte SpaceX Rakete sowie ein Replikat der Orion Kapsel bestaunen. Mich persönlich beeindruckt die Komplexität der Maschinen, physikalisch und digital. Generelle Ausstellung war sehr interessant und modern
Schließlich gingen wir als Gruppe in die Vorstellung "Cosmic Wonders". Dies ist eine 4D Reise durch Raum und Zeit, welche die erstaunlichsten (bis jetzt entdeckten) kosmischen Wunder zeigt. Dabei setzen sich die Passagiere die aufgereihten Sitze. Diese fahren nach vorn zur Leinwand, bis man frei und in der Mitte einer weißen Kugel hängt. Das ist die Leinwand welche geformt ist wie eine innere Halbkugel. Anschließend beginnt die einzigartige Vorstellung mit Wind, Wasser und Bewegung der Sitze. Sehr gut gemacht!
Der nächste Stopp war eigentlich die "Astronaut Training Experience", jedoch war diese Attraktion sehr stark besucht. Deswegen gingen wir weiter zum Atlantis Museum, um uns die Ausstellung noch einmal richtig anzuschauen. Dabei warfen wir einen näheren Blick auf das Main Engine des Space Shuttles. Dieses ist nicht ganz so groß wie das F-1 Triebwerk der Saturn 5, jedoch 2,39 Meter im Durchmesser groß. Alle 5 Triebwerke zusammen ergeben eine Kraft von 37 Millionen Pferdestärken. Das ist enorm.

Weiter ging es am Kanada Arm vorbei und unter das Shuttle. Dort trafen wir mehrere Artemis-Ingenieure. Wie zum Beispiel David, welcher an der Lastenverteilung der Orion Kapsel, sowie an der Software arbeitete. Wir schauten uns weiter um und ich muss sagen, dass die Ausstellung sehr interessant ist. Fun Fact: die großen Reifen des Spaceshuttles wurden von Michelin hergestellt.
Ich wäre gern länger geblieben, doch leider hatten wir nicht genug Zeit. Denn es war schon 16 Uhr. Also nutzten wir die letzte Stunde, aßen ein Astronauteneis und gingen in das Heros & Legends Gebäude. In diesem wird die Geschichte der Raumfahrt von Anfang an erzählt. Von Jule Verne über Albert Einstein bis zu Werner von Braun. Von der Jupiter Rakete bis zur Saturn V. Selbstverständlich handelte die Video-Vorstellung auch über die, welche in das Weltall flogen oder es zum ersten Mal versuchten. Dies wurde in zwei Vorstellungen aufgeteilt, von der die Zweite ebenfalls in 4D performt war. Es war sehr faszinierend, dass man den menschlichen Geist nur mit Nebeneffekten wie Wind aus verschieden Richtungen, geistlich in ganz andere Dimensionen bringen kann. Anschließend besuchten wir das dazugehörige Museum, in dem jeder amerikanische Astronaut aufgeführt ist und die Helden der Raumfahrt beschrieben werden. Es ist überraschend, wie viele Menschen sich schon im Weltall befanden. Insgesamt sind es mittlerweile mehr als 620 Menschen! Doch verglichen mit der Weltbevölkerung sehr wenig.

Leider war es bereits 17:00 Uhr, weshalb wir langsam zum Ausgang liefen. Dort sammelten sich alle und nach einem letzten Gruppenfoto. Anschließend ging es auch schon zurück zum Hotel. Jedoch nicht lange, denn anschließend ging es zu Rusty‘s.

Rusty‘s ist ein Seafood Restaurant, welches im Port Canaveral liegt. In diesem Hafen befindet sich auch ein SpaceX Stützpunkt, da alle SpaceX Booster welche auf See landen (auf den Schiffs-Drohnen landen) durch diesen Hafen auf Land gebracht werden. Wir hatten Glück und eine großer Falcon 9 SpaceX Booster stand mitten im Hafen. An der “Spitze” befand sich ein kleines Hilfs-Gerüst, mit welchem der vorher liegende Booster aufgerichtet wurde.

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 Wir nahmen uns einen Tisch auf der Terrasse, direkt neben dem Wasser. Valeria, Alina, Arthur meine Familie und ich genossen den Abend mit live Musik, leckerem Seafood-Gericht und einem einzigartigen Blick auf einen SpaceX Booster. Es fühlte sich schon fast ironisch an, dass man bei solch einem „alltäglichen“ Dinner einen ruhigen Blick auf einen Booster hat. Gefällt mir;)
Mit einem Shrimp Wrap im Magen fuhren wir langsam zurück zum Hotel. Dabei veranstalteten wir Valeria, Alina, Tara und ich einen netten Abend und ließen ihn langsam ausklingen.

 

 


 

 

Der schönste Sonnenaufgang meines Lebens

29.8.2022, Cosma Heckel

Verteilt auf zwei Kleinbusse fuhren wir in Richtung Space-Coast Regional Airport Titusville. Es war 0:30 Uhr morgens als wir uns der langen Autoschlange anschlossen, welche bis zum Parkplatz führte. Nach einer halben Stunde befanden wir uns am Anfang der Schlange und wurden zu unserem Parkplatz eingewiesen. Es war unglaublich wie viele Autos sich allein auf diesem Platz befanden wobei es nur ein Bruchteil der Leute war, die den Start sehen wollen.

Cosma Heckel

Das Gefühl, was ich beim Ausstieg hatte, ist schwer zu beschreiben. Es fühlt sich so an, als würde man schlafen, doch gleichzeitig hellwach sein. Es ist unwirklich wie im Traumwandeln.

Wir sammelten uns neben den Autos, packten Proviant und Kameras ein und liefen zusammen zum Bus. Starke Scheinwerfer beleuchteten den Parkplatz, der sich nebenbei auf einer Wiese innerhalb der Landebahnen des Flughafens befand. Man konnte die geparkten Flugzeuge von hier aus sehen.

Insgesamt waren wir 16 Personen, also vollständig. Die Tickets wurden kontrolliert, bevor wir in die großen Tour-Busse stiegen. Steht man vor ihnen, fühlt es sich so an, als stünde man vor einer Wand. Riesig sind sie, aber später nichts im Vergleich einer Mondrakete.

Cosma Heckel

Als der klimatisierte Bus vollbesetzt war, ging es los. Es war immer noch stockduster, die Innenbeleuchtung war ausgeschalten. Ich saß neben dem mexikanischen Team. Nach 15 Min. kündigte unser Busleiter die Ankunft an, beschrieb die Toilettenwege und die Eröffnung der mobilen Bistros mi Kaffee und Kuchen.

Dann ging es auf die VIP Tribüne. Wir liefen durch den ca. 3 m breiten Spalt zwischen den einzelnen Konstruktionen. Viele Leute befanden sich vor mir, angezogen von der unbeschreiblichen Sicht auf die SLS Rakete. Niemand schaute woanders hin als auf sie. Genauso verträumt bewegten sich die Leute vorwärts und genauso blieben sie an jeder Ecke stehen. Als ich endlich am Anfang der Menschenmenge stand, eröffnete sich ein Blick, wie ein Schleier, dessen Wirkung nicht zu beschreiben ist. Nur 3 Meilen (ca. 5 km) entfernt, 98 Meter hoch und 2600 Tonnen schwer befand sich der Koloss, welcher in weniger als 6 Stunden abheben soll. Wahnsinn!


Tribüne


Die Rakete wurde allseits von hellen Lichtkegeln beleuchtet, welche geradewegs durch die Wolken stachen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit konnte man ihre Laufbahn erkennen, sie belegten die Rakete wie einen transparenten Schleier. Doch genau dadurch schien sie wie ein riesiger Stern. Hell erleuchtet am Horizont.

 

Artemis1

Artemis1

Es war angenehm warm, der Platz der Tribüne beleuchtet und die Sitzbänke nass. Wir verteilten uns auf zwei Sitzreihen und kamen erstmal an, ermöglichten uns einen weiteren Blick. Es ist immer noch unglaublich. Nach 30 Minuten hat sich jeder eingefunden, denke ich. Die Sitzplätze füllten sich langsam und die internen Speicher der Handys ebenfalls.

2:48 Uhr: David gibt 2 Ferngläser in die Runde, mit denen versucht wird ein besseres Foto zu machen. Das klappt auch, bloß hat Ralf mit seiner Kamera Ausstattung bessere Karten. Ab jetzt hieß es warten. Alles war auf Go. Somit vergingen 30min…1h….2h…3h..

Um 5:15 Uhr war der Himmel immer noch schwarz und die Rakete hell angestrahlt. Auf einem Mal war ein kleines, rot-flackerndes Feuer auf der linken Seite des Turmes zu erkennen. Aufregung fuhr durch die Menge. Nach einem Blick durchs Fernrohr war sie deutlicher erkennen. Schnell kamen Zweifel auf, gerät etwas außer Kontrolle? Nach 10 Min. trat wieder Ruhe ein. Es wurde erklärt, dass es sich lediglich um die Verbrennung überflüssigen Wasserstoff-Gases handelt. Die Fackel befand sich im Sicherheitsabstand zur Startrampe genau hinter der Rakete. Die Perspektive täuschte uns.

Feuer

Nun machten sich Ian, Turner und ich auf zum Saturn V Center, um Videos für Social Media und einen deutschen TV-Sender zu drehen. Das funktionierte gut. Wir standen am Fuße der ersten Mondrakete Saturn V, welche längs auf Stelzen steht. Vor knapp 54 Jahren startete so eine Rakete zum ersten Mal in Richtung Mond. Diese hier war für Apollo 19 vorgesehen und die 2. und 3. Stufe ist nun hier. Was die wenigsten der Besucher wissen ist, dass die große 3. Stufe eine Atrappe ist. Das Original befinet sich vor dem Infinity Center am Stennis Space Center in Mississippi. Da habe ich schon draufgesessen.

Cosma Heckel

Viele Leute wuselten zwischen den Ausstellungsstücken umher, während wir die 5 riesigen Triebwerke bestaunen. Es sind F-1 Triebwerke mit einem Durchmesser von 3,7 Metern, die größten der Welt, immernoch und riesig!

6:45 Uhr: Plötzlich spiegelten sich blauer Himmel und rosa-rot-orangene Wolken an der Glaswand des Saturn V Centers. Die Sonne war am Aufgehen. Wir beendeten schnell unsere Dreharbeiten und rannten hinaus. Einen ersten Blick erhaschten wir durch die Palmen und Küstenpflanzen, doch als wir an der Tribüne dem vollen Anblick ausgesetzt waren, übermannte mich eine Welle von Emotionen.

Cosma Heckel

Artemis1 Rakete

Dieser atemberaubende Anblick der SLS Rakete, der mächtigsten Mondrakete auf diesem Planeten, dessen Silhouette samt dem Kabelturm (aus dem Buch: Apollo 8, Jesco von Puttamer) und den drei Blitzableiter-Türmen umgeben von Gold leuchtenden Sonnenstrahlen zu erkennen war, ist einmalig. Der Feuerball, welchen wir in unserem Sonnensystem Sonne nennen, hob sich langsam und schräg neben der Rakete empor. Der Himmel durchlief viele Farbspektren. Von rot-rosa zu rot-orange weiter zu orange-gelb in einem langen Zeitraum. Die großen Wolkentürme, die wegen der Sicherheitsabstände sicherlich höher als 600 m über dem Erdboden waren, sahen in ihrer mächtigen, schon fast majestätischen Ausstrahlung prächtiger denn je aus. Berührt von den ersten Sonnenstrahlen des Tages, erschienen sie golden umrandet. All das Spektakel wurde im Wasser des Banana Creek gespiegelt. Magisch.

Artemis1

Nun war jeder noch aufgeregter als zuvor. Der große Bildschirm gab jetzt die Liveübertragung wieder, welche sicherlich tausende von Menschen auch sahen. Wir nutzen das Tageslicht, um Interviews über die Gedanken und Emotionen eines jeden zu führen. Ian führte die Kamera und befragte jeden.

Interview mit Tara

T-60min: die Spannung steigt.

T-40 Min.: Ab hier bleibt der Countdown stehen. Jetzt werden noch einmal alle Checks durchgeführt. Es scheint alles auf Go.

Doch als sich nach einer halben Stunde nichts tut, meldet sich der Sprecher aus dem Mission Control über die Lautsprecher. Es wurden die in der ersten Stufe installierten RS-25-Motoren mit etwas tiefgefrorenem flüssigen Kraftstoff gespült. Das ist notwendig, um sie auf die gewünschte Temperatur herunterzukühlen. Die Wasserstoffentlüftung am Treibstoffsystem versagte jedoch und das Triebwerk wurde nicht gekühlt. Man wartete einfach einen längeren Zeitraum in der Hoffnung, dass die Kühlng doch noch ausreicht. Doch erfolglos.

20 Min. später: Der Flugdirektor (Charlie Blackwell-Thompson) musste den Start aus diesem Grund absagen: “We have a SCUB”. Eine Welle des seufzen ging durch die Menge. Die Enttäuschung konnte man spüren. Jeder stand auf und begab sich zu seinen Bussen, genauso wie durch die Lautsprecher verkündet. Auch wir wurden heruntergewunken, um zügig zurück zum Auto zu kommen.

Artemis1

Rakete

Da stand sie nun. Betankt, gecheckt und praktisch startklar, und doch immer noch am Boden. Wie wir jetzt wissen, auch noch bis zum 3.9.2022.

Es war traurig, während der Busfahrt die Rakete immer noch auf dem Startplatz 39B zu sehen. Ich hätte gern ihren Start heute miterlebt. Aber es ist gefährlich. Komponenten des Tiebwerkes könnten wegen thermischer Spannungen platzen wie eine kalte Tasse in die man zu heißen Tee einfüllt. Nicht auszudenken was das für eine Explosion gäbe. Deshalb ist das gut so.

Angekommen am Airport Titusville gingen wir zurück zu unseren Autos, stiegen ein und fuhren geradewegs zum Ferienhaus des mexikanischen Teams. Wir verluden unser abgestelltes Gepäck und verabschiedeten vorübergehend unsere mexikanischen Teammitglieder.

Gruppenbild

Nächster Stopp: Das Beachside Hotel in Cocoa Beach.

Es war 11 Uhr am Morgen und das Check-in noch nicht geöffnet. Wir genossen den Hotelpool und erhaschten etwas Schlaf, da wir inzwischen über 30 Stunden wach waren. Valeria wird mit bei uns wohnen.

Endlich öffnete sich die Tür unseres Zimmers. Bis dahin fühlte ich kaum Müdigkeit, doch als ich mich hinlegte und meine Augen schloss, schlief ich samt Missionshirt ein. Ich wachte erst nach mehr als 18 Stunden wieder auf.

 

 

 


 

Launch Briefing

28.8.2022, Cosma Heckel

Heute war der letzte Tag vor dem Start der Artemis I Mission, deshalb wurde alles gemacht, was wir bis jetzt nicht geschafft hatten.

Wir sind heute um 8 Uhr aufgestanden, haben alle Sachen gepackt und unser Ferienhaus gegen 10 Uhr verlassen. Da die Preise für Hotels im Artemis-Zeitraum in unglaubliche Höhen steigen, hatten wir für die Startnacht keine Zimmer. Um trotzdem unsere Gepäckstücke sicher zu lagern, fuhren wir zur Ferienwohnung unseres Teams aus Mexiko, welches weit im Landesinneren ist.

Unterkunft

Als wir in der Wohnung ankamen (11 Uhr), waren die Drei aus Mexiko erst vor Kurzem aufgestanden, da sie müde von den ganzen zusätzlichen Vorbereitungen und der Reise gewesen sind. Wir verwahrten die Koffer und warteten auf David (Professor an der TEC Monterrey), seine Studenten und dann noch unsere Mitglieder Alina Santander und Valeria Zafra. Die Zeit füllten wir mit Team- bildenden Aufgaben und dem Schreiben von unserer Berichte.

Ken, Lehrer der Washington City Schools und unser Freund, kam gegen 13 Uhr an, während Alina eine Stunde später dazustieß. Somit fuhren Ken, Alina, Arthur und ich zusammen zur Titusville Mall, um die drei für den Launch einzuchecken. Dorthin fuhren wir mit dem Tesla Model 3 von Ken, welcher zwar schon 5 Jahre alt ist, doch durch die regelmäßigen Updates wie ein Neuwagen fährt. Somit wird das Altern der Fahreigenschaften übersprungen. Das finde ich sehe zukunftsfähig.

Als wir gegen 14:30 bei dem Check-In ankamen, bekamen Ken und Alina problemlos ihre Karten, jedoch gab es bei Arthur ein kleines Problem. Dieses klärte sich jedoch im Laufe des Tages.

Unser Plan für heute Abend war es, nach der Ankunft von all unseren Teammitgliedern ein Seafood-dinner zu veranstalten, um auf den Start anzustoßen und gleichzeitig das Briefing zu erhalten.

Deshalb machten wir auf dem Rückweg einen kleinen Stopp bei Shilohs Seafoodbar, um ein paar Tische zu reservieren. Leider war das nicht möglich. Wir kamen gegen 16:00 Uhr wieder bei Abrahams AIRBNB an, zur selben Zeit wie David und seine Schüler.

Nun waren wir vollständig und konnten uns zum ersten Mal richtig kennenlernen. Es war sehr cool nun endlich alle persönlich treffen zu können, da wir auch viele Dinge an diesem kurzen Abend gemeinsam unternehmen konnten. Da kein Platz in Shilohs frei war, kam gegen 18:00 Pizza für alle. Um ehrlich zu sein war das ein guter Ersatz, da man somit trotzdem zusammensitzen und sich austauschen kann.

Pizzazeit

Nachdem Valeria, das letzte fehlende Teammitglied  ankam, konnte das Launch Briefing beginnen. In diesem haben wir die Abläufe, die Fakten und die auf uns zu kommenden Ereignisse besprochen, die in weniger als 12 Stunden auf uns zukommen werden. Ralf gab uns einen Rückblick, wie all das ermöglicht werden konnte und wie viel es an Anstrengung und Leistung von einem jeden kostete.
Wir ehren mit diesem Start all die, welche ihr Leben in der Raumfahrt ließen. Egal auf welchem Kontinent oder welchem Land. Jeder von ihnen hat Großes vollbracht und ist eine Inspiration für viele andere.

In dem Briefing legten wir ebenfalls die Aufgaben der anwesenden Teammitglieder fest. Darunter zählten Kameramänner/-Frauen, Interviewer/-innen, Reporter/-innen, Social Media Manager/-innen,  Fotograf/-innen. Diese Tätigkeiten wurden jeweils kurz durchgeprobt und die Prioritäten aller wurden gesetzt.

Als letztes stellte Ralf die Erzeugnisse der letzten 2 Jahre vor. Während Corona befanden sich, von den hier Anwesenden, Valeria und Abraham in Deutschland. Zusammen haben wir das Starship nach-konstruiert und gespritzt, das Mini Buggy mit 3D-Teilen modifiziert und 50 Jahre Apollo 11 gefeiert.

Zur Krönung brachten David und seine Schüler unser Merch mit. Es sind weiße T-Shirts , bedruckt mit unserem Missionslogo. Angezogen waren wir nicht nur ein Team, sondern sahen auch so aus.

Merch

Es war 9 Uhr abends, als das Briefing beendet war. Um 12 geht es los. Wir alle nutzten die Zeit bis dahin, um uns auszuruhen und etwas Schlaf zu tanken.

Ich legte mich raus auf die Terrasse. Es regnete. Mit einer Decke machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich, trotz den beinnahen 30 Grad. Der Regen prasselte nur so auf das Vordach und ich dachte darüber nach, was sich nun ändern würde. Zurück zum Mond! Es ist wie am Vorabend des 21. Dezember 1968. Ich habe über vieles nachgedacht, vieles, doch immer wieder kam ich zu dem Entschluss: es werden sich viele Türen öffnen, welche wir offen halten sollten, im Gegensatz zu der ersten Mondrückkehr.  Die Gedanken in meinem Kopf wurden langsam vom Regen übertönt und ich schlief ein.

Startrampe

Um 12 wurden alle geweckt. Lange Hose und das Shirt wurden übergezogen. Jeder stieg ins Auto, gepackt mit Proviant. Genauso wie besprochen. Niemand sagte etwas, denn niemand konnte fassen, was nach dem Verlassen dieses Autos auf sie zu kam. Der Motor sprang an, die Tür schloss sich und wir fuhren los.

 

 


 

Die Ruhe vor dem Start

27.8.2022, Cosma Heckel

Es war schon halb 10 als ich aufwachte, in die Küche ging und mir Frühstück machte. Alle anderen sind kurz vorher aufgestanden.

Gegen 14 Uhr kamen 3 mexikanische Studenten an, welche auch zu unserer Gruppe gehörten. Deshalb nutzen wir die Zeit bis dahin, Berichte zu vervollständigen oder weitere Papierarbeit zu erledigen. Jesco, Tara und Yvonne gingen zum Strand und genossen das warme Wasser. Arthur, Ralf und ich bereiteten weiter vor.

Als wir gegen 13 Uhr die Nachricht bekamen, dass sie nun in der Titusville-Mall sind, setzten wir uns direkt ins Auto. Während der 45-minütigen Fahrt checkten Abraham, Ian und Turner schonmal in der NASA-Admission ein.

Das Wiedersehen von Abraham hat uns alle sehr gefreut, aber ebenfalls das Kennenlernen von Ian und Turner.

Damit die Drei ebenfalls das sehen, was wir bereits kennen, habe wir eine kleine Rundtour gemacht. Vorbei an dem riesigen Blue Origin Komplex, dem Kennedy Space Center, der SLS Rakete, die übermorgen zum Mond fliegt, und der Redstone rocket.

Anschließend sind wir zu unserem Appartement gefahren, luden die Koffer aus und hatten ein tolles Wiedersehen, da nun auch Yvonne, Tara und Jesco Abraham empfangen konnten. Gleich danach gingen wir direkt zum Strand zwei Blocks weiter, um die Drei erstmal richtig ankommen zu lassen. Es war bedeckt, aber tropisch warm. Das Salzwasser des Atlantischen Ozeans hatte mindestens 30 Grad, weshalb wir uns Zeit ließen. Nach ein paar Runden Rugby und dem Versuch auf einem Skimbord zu surfen, ging es auch schon wieder nach Hause.

Wir brachten die Drei nun zu ihrem Apartment mit einem kurzen Stopp beim Walmart, um einen mobilen Hotspot zu kaufen. Nach dem Einrichten des Hotspots und der Besichtigung der Ferienwohnung, fuhren Yvonne, Arthur und ich zurück zu unsere Location.

Zuvor hatten uns ein paar nette Leute am Strand erzählt, dass sich heute Nacht Algen im Wasser befinden sollten, welche blau leuchten. Leider war das nicht der Fall :( Mal sehen, ob es morgen funktioniert.

Somit war auch dieser Tag beendet. Ich bin schon gespannt auf morgen:)

 

 


 

Willkommen in Cocoa Beach!

26.08.2022,  Cosma Heckel

Jemand schüttelt mich leicht. Ich drehe mich auf die andere Seite und vergrabe mich ins Kopfkissen. „Aufstehen“ ertönt es sanft. Nach einem Seufzer hob ich meinen Kopf und öffnete die Augen, doch kniff sie direkt wieder zu. Es war hell. Das Sonnenlicht schien in unser Zimmer und ließ es hell leuchten. Ich stand auf und zog mich um.

Es war bereits 9:30. Alle befanden sich in Wohnzimmer, mit selbstgemachten Hot Dogs in der Hand. Das war unser heutiges Frühstück, also nahm ich mir auch eines. Anschließend stiegen wir ins Auto und fuhren los.

Heute ist der erste Tag in Coca Beach, deshalb gewähren wir uns einen kleinen Einblick in die Umgebung nach Corona und schauen, was sich alles verändert hat.

Sojus

Doch zuerst fuhren wir zu unseren zukünftigen Hotel, in welchem wir nach dem Start schlafen werden. Dies hat eine schöne Außenanlage mit Pool, Bar und Beach. Auf dem Rundgang entdeckten wir eine kleine Wandmalerei, welche den Start einer Sojus abbildete. Das war sehr überraschend, aber auch schön zu sehen, da Koroljow sie ebenfalls entwickelte.

Hotel

Weiter ging es zum Pier 1, welcher sich direkt am Cocoa Beach befindet. Die Sonne schien stark, die Luft war feucht. Für längere Zeit schwer auszuhalten. Der Strand ist groß und grau-weiß, die Meereswinde warm und feucht. Möven fliegen ab und an vorbei und halten Ausschau nach ein paar Krebsen.

Yvonne, Tara, Arthur, Jesco und ich liefen auf den Pier und schauten uns schnell um, da wir direkt weiter fahren mussten. Allerdings werden wir im Laufe des Tages mehr Zeit haben, uns den Strand anzuschauen.

Vorbei an Dollar Läden, Fish&Chips Restaurants, Tesla Chargern, Mangroven Wäldern und Sümpfen fuhren wir geradewegs nach Titusville auf dem Highway entlang. Es ist komisch, wie viel Platz man hier hat. Alles ist großflächig gebaut und ausgelegt.

Nach ungefähr 20 min kamen wir an dem Stützpunkt von Blue Origin vorbei, weiter zum Kennedy Space Center. Die Abbiegung wird durch ein großes KSC Logo markiert, aber umso besser erkennt man es an der Tickets- und Fahrzeugkontrolle, welche wie ein Crawler Transporter aussieht (transportiert die Raketen zum Startplatz).

Kennedy Space Center

Nach ein paar Gruppenfotos fuhren wir weiter und machten eine Stopp am Atlantis Museum. Dort stand eine Replikation der Redstone Rakete. Diese ist 83 Fuß hoch, 33 Tonne schwer und fliegt mit Alkohol & Flüssigen Sauerstoff. Sie flog die erste US-amerikanisch bemannt/ballistische Raumfahrt Mission mit Alan Shepard. Dabei setzte sie den ersten US-amerikanischen Satellit, Explorer 1, in den Orbit aus. Somit ist Alan Shepard der amerikanische Gagarin.

Im Vorbeifahren erblickten wir einen Space Shop mit einer selbstgebauten SLS Rakete. Sieh war erstaunlich gut nachgebaut. Nach einem kleinen Besuch im Shop ging es dann auch schon weiter.

Und zwar zur Titusville Mall. In dieser Mall befindet sich die Anmeldung des Artemis Starts. Wir wurden Herzlichst empfangen und weitergeleitet zu Lynn Dotson und ihrem Kollegen. Lynn arbeitet bei den NASA STEM-Stars und hat ebenfalls verschiedenste Aufgaben bei den Startvorbereitungen. Sie kennt ebenfalls die Chefin von HERC, was ein sehr cooler Zufall ist. Wir werden sie spätestens am Banana Creek, unserem Aussichtspunkt während des Startes Wiedersehen.

Wir checkten ein und bekamen alle notwendigen Informationen und Materialien, bezüglich des Startes. Darunter: ein Umhänge - Ausweis, mehrere Zeitschriften bzgl. der SLS Rakete, Sticker und Patches + einer kleinen Orion Kapsel. Dazu Zutrittskarten für den Kennedy-Space-Center-Komplex und weiteres.  Somit hatte wir alles, was wir brauchten. Jetzt kann nichts mehr schief gehen, zumindest von uns aus.

Unser nächster Stopp war Shilohs bar. Dieses Grill Restaurant ermöglicht eine tolle Sicht auf den Startplatz 39b und das VAB. Dort genossen wir ein leckeres und spätes Mittag, denn es war bereits 16 Uhr. Zwischendurch hat es stark geregnet und sehr laut gedonnert.

Der letzte Stopp des Tages war der Walmart. Das ist der typische Supermarkt in den USA. Dort kauften wir Proviant für die nächsten Tage und vor allem für den Start.

Dieser Tag wurde mit einem Strandbesuch bei 30 Grad Wassertemperatur beendet, was übrigens sehr angenehm war. Ich bin schon gespannt auf morgen!

 

 


 

Die erste Reise nach 2 Jahren
25.08.2022, Cosma Heckel

Es war 1:20 als wir am Berliner Flughafen (BER) ankamen.

Zügig packten wir die Koffer aus. Tara, Arthur, Jesco und ich stellten sicher, dass diese gesichert waren, während Ralf das Auto parkte. Die Nachtluft war angenehm frisch und die Nacht hell beleuchtet. Der erste Eindruck des Flughafens war ein Erstaunen. Vor allem, weil ich 2 Jahre lang keinen mehr gesehen hatte.  Bis zum Check-In waren es noch 3 Stunden. Diese nutzten Tara, Arthur, Jesco und Ich zum Erkunden des neueröffneten Flughafens. Mich hat die Aktualität des generellen Lay-outs erstaunt, gerade wegen den verzögerten Bauarbeiten.

Zwischendurch konnte Jesco etwas Schlaf tanken, was ab 4:30 aber leider nicht mehr möglich war, denn der Check-In wurde eröffnet. Somit wurden die großen Koffer weiter an die Fluggesellschaft gegeben, während wir uns samt Handgepäck auf zum Security-Check machten. Dort verlief alles reibungslos und nur 10 min später saßen wir in einem Café und aßen etwas Frühstück. In meinem Falle ein Schoko Croissant. Da Ralf einen Flieger eher nahm, haben wir uns kurz verabschiedet.

Wir hatten noch eine Stunde Zeit, in welcher wir uns langsam und gemütlich zu unserem Gate aufmachten. Dieses Zeitfenster nutzte ich, um den ersten Teil des Videoblogs aufzunehmen.

Um 8 begann endlich das Boarding. Es kam mir wie ein Deja Vu vor, als wir die Zugangsbrücke des Flugzeuges entlang liefen. Wie viele mal ich das schon einmal tat, kann ich nicht mal mehr an zwei Händen abzählen. Pilot und Co-Pilot standen höflich am Cockpit und begrüßten jeden Fluggast. Der Pilot unseres ersten Fluges stellte sich mit Matthias vor, ein sehr netter Mann.
Dem langen Korridor entlang folgten Tara, Jesco und ich bis zur Reihe 16. Arthur und Yvonne saßen direkt hinter uns.

Flugzeug

Nach 30 Minuten begann sich das Flugzeug zu bewegen und als es sich gerade zur Flugbahn ausrichtete herrschte stille. Die Turbinen starteten, das Flugzeug setzte sich langsam in Bewegung. Die Triebwerke wurden immer lauter und das Flugzeug begann zu vibrieren. In dem Moment drehte sich Jesco zu mir rum, schaute mich an und sagte: Jetzt geht es los! Sekunden später hatten wir die benötigte Geschwindigkeit erreicht und hoben langsam ab. Ein leuchten breitete sich in Jescos Gesicht aus, und da war er nicht der einzige. Somit erhob sich der AIRBUS A320NEO JET vom Erdboden und flog Richtung München. Der Flug dauerte knapp 55 Minuten. Alle von nutzten diese Zeit, um etwas zu schlafen. Nächster Stopp: München

In München angekommen, gingen wir erst einmal durch die Passkontrolle. Das verlief ebenfalls reibungslos. Allerdings wurde es anschließend etwas kniffliger, denn der Münchner Flughafen ist weitaus größer als der Berliner. Trotzdem fanden wir unser Gate, H14, problemlos. Nun mussten wir erneut warten. Wieder nutzten wir die Zeit, etwas Schlaf zu ergattern, auf Toilette zu gehen oder um sich weiter umzusehen. Ebenfalls wurden unsere Flugunterlagen noch einmal gecheckt, bis schließlich 11:55 das Boarding für den Flug UA-160 begann.

Wir begaben uns in die Boing 767-300/300ER, ein großes Flugzeug mit 2 Außen- und 3 Mittelsitzen. Diesmal hielten Jesco und ich in der Reihe 24. an und verstauten unser Handgepäck. Mittlerweile wissen wir ja wieder, wie das funktioniert;) Arthur und Tara direkt hinter uns.

12:35 schob der Pilot den Gashebel langsam nach vorn. Es rappelte, wir beschleunigten und das immer schneller. Dieses Mal spürte jeder die Vibrationen, die das Flugzeug durchfuhren. Und ehe wir uns versahen, befanden wir uns wieder einmal 11.000 m über dem Boden.
Ab nun war das Einzige, was Jesco interessierte, natürlich der kleine Fernseher, der in der Rücklehne des Vordermanns/ der Vorderfrau eingelassen war. Somit machten es sich alle bequem und starteten einen ersten Film. Ausschnitt:

Das Flugzeug war gefüllt und das Klima relativ kühl, jedoch angenehm. Ich habe dieses Gefühl vermisst, welches ich als kleines Kind hatte, wenn ich im Flieger saß. Das Gefühl von Sorglosigkeit, Freiheit, Geborgenheit und Unendlichkeit. Das Geräusch der rotierenden Turbinen, welche viele als störend oder laut empfinden, störte mich noch nie. Umso mehr fasziniert mich das ständig wiederkehrenden Phänomen, bei dem man weitaus mehr über die Dinge erfährt, die einem direkt vor der Nase liegen. Das passiert mir immer wieder. So setzen sich die wahrgenommenen Geräusche einer Turbine Genau mit ihrer Funktionsweise und den dadurch entstandenen Audiowellen zusammen (Erklärung einer Turbine bei Hugo Junkers). Vergleichbar mit ein paar Punkten die sie sich immer weiter Verknüpfen, bis sie ein Netz ergeben.

Nach 11,5 Stunden, 2 Filmen, 2 Stunden Schlaf und etwas Schreibarbeit neigte sich der Flug auch schon dem Ende zu.  Dieser war von einigen Turbulenzen geprägt, aber im gesamten doch recht angenehm.  Mittlerweile hat sich die Zeit um 7 Stunden verzogen, trotz 11,5 Stunden Flug.
Nach dem Pass-Check sind wir mit schnellem Schritt zum nächsten Gate gelaufen, da das Flugzeug bereits in einer Stunde abhebt. Der Houston Airport ist sehr ansehnlich, vor allem durch die internationalen Bereiche, die man durchläuft.

Orlando Airport

Um 18 Uhr startete unser letzter Flug nach Orlando. Diesmal war das Flugzeug etwas kleiner und älter, doch trotzdem sehr angenehm. Ich nutzte die Chance, um ein weiteres Mal zu schlafen, doch gegen Ende wurde ich wachgerüttelt. Da das Wetter zum Äquator hin wärmer wurde, entstanden auch wesentlich mehr Gewitter, weshalb unser Flugzeug in ein paar Turbulenzen geriet. Während sich andere Gäste an ihre Stühle klammerten, lachte Jesco und meinte, dass wir in einem langsamen Trampolin sitzen würden. Als wir dann zum letzten Mal den Landeflug ansetzten, eröffnete sich ein verzauberter Blick auf Orlando. In der Nacht war jedes Lämpchen zu sehen und zusammen ergaben diese kleinen Lichter eine wunderschöne Aussicht. Dazu erhellten in kurzen Abständen viel Blitze den Nachthimmel, was die Landung noch spektakulärer machte.

Nach 2 Stunden Flug haben wir den Orlando Airport erreicht und machten uns gleich auf zur Koffervergabe. Anschließend begaben wir uns zur internen S-Bahn, welche uns direkt zum Ausgang brachte. Dort wartete Ralf bereits. Er war zwei Stunden eher angekommen und hat alles vorbereitet. Deshalb sind wir gleich weiter zu unserem Leihwagen, welcher ein Bus für 16 Personen.

Somit fuhren wir in Richtung Cocoa Beach mit einem kleinen Zwischenstopp, bei dem wir Proviant einkauften, da wir uns in der Ferienwohnung selbst versorgen müssen.  Dort angekommen, luden wir alles aus und schauten uns um. Die Bauart ist typisch amerikanisch, aber die Innenausstattung ist sehr ansprechend.

Ich wollte mich ein wenig umschauen, als ich aus der Tür trat und ein Opossum auf dem Zaun entdeckte. Es schaute etwas verdutzt, wahrscheinlich weil es nun etwas essen erwartete, aber nach bereits 1 Minute machte es sich weiter auf die Suche.  Das Wetter in Cocoa Beach ist sehr warm und feucht. Das merkt man vor allem, wenn man aus kühlen, klimatisierten Räumen kommt. Da passt das Zitat ,,Als ich vor die Tür trat, schlug mir die Luft wie ein Nasser Sack entgegen“(Jesco v. Puttkamer) ziemlich gut. Es ist auf jeden Fall ein Erfahrungswert. Somit beendeten wir unsere Reise nach 30 Stunden (davon 15st. Flug) und sind müde ins Bett gefallen.

 

 


 

Tag 0
24.08.2022, Cosma Heckel

BER

 

Der Motor rappelt, goldene Streifen ziehen sich am Horizont entlang. Wir fahren 120 auf der Autobahn, zu sechst in dem Kleinbus.  Das dunkle blau, geziert von vielen hellen Pünktchen, zieht sich von Horizont zu Horizont. Kaum zu glauben, dass eines davon in wenigen Tagen die Orion Kapsel sein könnte.

Heute ist Tag null. Ab heute beginnt eine Reise, bis hin zum Mond und zurück. Doch bevor die größte und schwerste Rakete vom Erdboden abhebt und zum Mond startet, reisen wir erstmal nach Amerika.

Es ist 10:32 als ich aufs Smartphone schaue und noch getrübt von den letzten online-Vorbereitungen und den knapp 5 Stunden Schlaf die Augen reibe.
Momente später blitzen mir die Dinge in den Kopf, die am besten schon Gestern fertig sein sollten. Packen.

Also stand Jescos, gefolgt von meinem Koffer gegen 12 Uhr vor dem Auto. Nachdem die „großen Dinge“ nun also erledigt waren ging es an die Kleinarbeiten, die ehrlich gesagt die meiste Zeit nahmen.

Also packten wir Kameras ein, luden deren Akkus und verstauten sie. In diese Auswahl gehören 2 GoPros, drei Spiegel Reflex Kameras und eine 360 Grad Cam. Damit ist das fotografische festhalten des Raketenstarts schon einmal gesichert.

Als nächstes haben Jesco und ich die Aufgabe bekommen, 40 Star-Ship Raketen mit Zubehör einzupacken. Nach mehreren Zählungen waren diese vollständig und sorgfältig verwahrt und zum Abflug bereit.

Die wohl coolste Aufgabe auf meiner Checklist heute, war der Zusammenbau eines Mini-Rovers. Dieses Modell empfindet in einem 1:10 Verhältnis den aktuellen Trainings-Rover meines Teams, den Rovernauts, nach.

Es war bereits 21:30 als wir ein schnelles Abendbrot runterdrückten und schließlich 23:30 zu sechst und vollgepackt im Kleinbus saßen. Nach 2 Stunden sind wir schließlich am BER angekommen. Es geht bald los!

 
2014
There are no translations available.

NASA Rover Challenge 2014
Team Russia Highschool
www.spaceeducation.eu
Catherina Trusheva

Huntsville/Alabama, 11.04.214

Сегодня был замечательный, великий и неповторимый день! Соревнования NASA Rover Challenge 2014!!!!! Впечатления не передать здесь! Это было очень классно, весело, трудно! Соревновалось около 96 команд! Школьников и студентов. Как только мы приехали на место, начали тренироваться. Собирать Buggy размером с куб, перетаскивать их на 8 метров, раскладывать их за меньшее время! Это было очень интересно! И тут мы узнаем, что настала наша очередь! Мы спускаемся к главному входу на гонку, тут нам говорят разложить Moonbuggy. Как это происходит? Мы с Вадимом стоим в исходной позиции: держимся за транспорт, как только звучит "Go!" Мы должны разложить Moonbuggy, одним словом кинуть его. Затем сесть, пристегнуться, поставить ноги на педали и поднять руки вверх. Все это нужно сделать примерно за 4-9 секунд. Мы сделали за 7. После этого Buggy грузят в куб, смотрят помещается ли он. Наш поместился) позже нам говорят нести транспорт от линии ло линии. Мы отлично его пронесли! И тут видим стартовую прямую.....перед ней мы остановились(так положено) и нас снимало телевидение. Затем подходит мужчина и говорит " Get ready! When I say Go, you should run".
Произносится слово Го и мы едим! Первое препятствие - проехали с легкостью, это были камни. Едим дальше - третье препятствие - мелкие камни, галька. И много таких же трасс, по которым мы ехали. И тут мы видим препятствие - галька, а под ней шины от машин, имитирующие лунные кратеры. На маленькое время мы забуксовали тут, секунд на пять. Но ничего! Мы отлично ехали дальше! Но вот что вызвало у нас трудность - это песчаное препятствие. Там мы забуксовали секунд на 15... Мы едим, сил нет, но продолжаем ехать не теряя духа! И тут видим "Finish". И остановились. Ура! Мы сделали это! Мы пооехали эту трассу на 1105 м. Преодолели 15 препятствий! Это классно! Гонка заняла у нас 5мин54сек.
После нас, ехала команда Германская. Они чудесно проехали трассу! Показали время 4 мин с чем то.
Молодцы!
МЫ ЗАНЯЛИ ПЯТОЕ МЕСТО!!!!!!!
Завтра все решится, в последней гонке!
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2014
There are no translations available.

NASA Rover Challenge 2014
Team Germany College
www.spaceeducation.eu
Mathilda Drews

Der große Tag!
Huntsville/Alabama 11.04.2014

Nach einem kurzen Frühstück geht es los. Sobald wir bei NASA angekommen sind fangen wir an, weiter an den Buggies zu arbeiten. Tobias und ich müssen noch die Räder auf Non-pneumatisch wechseln und dafür auch die Bremsen neu anbringen und einstellen. Schutz-ab"Bleche" müssen ebenfalls noch angebracht werden; eine anstrengende Fitzelarbeit. Die drückende Hitze macht mir zu schaffen und ich habe bereits Sonnenbrand bekommen.
Obwohl wir früh da sind, können wir erst am Mittag starten, da unser russisches Partner-Team sich entschieden hat, doch mit Gangschaltung zu fahren und wir deshalb noch Einiges umbauen und austauschen müssen. Zwischendurch begutachten nebst den offiziellen Richtern auch einige andere Teilnehmer und Zuschauer unsere Buggies, deren Räder und Konstruktion für Interesse sorgen.
Dann geht es los. Vor einem weiteren Team aus Richtern müssen wir beweisen, dass wir den Buggy auf eine bestimmt Größe zusammenfalten und tragen können. Dazu kommt, dass die Zeit, die wir zum Ausklappen, Reinsetzten und Anschnallen brauchen, gemessen wird. Diese Zeit wird am Ende zu unserer Rennzeit hinzugefügt, deshalb sollte man relativ schnell sein und jeden Schritt beherrschen. Tobias und ich schaffen es in 7 Sekunden, keine schlechte Leistung. Danach geht es an den Start. Langsam macht sich Anspannung breit. Three...Two...One... GO! Und wir fliegen über den Kurs. Das erste Hindernis nehmen wir mit Leichtigkeit, obwohl wir uns gerade bei dem Sorgen gemacht hatten. Einige Sprünge und Kurven später stecken wir fest. Nicht schlimm, da wir uns, dank unserer tollen Konstruktion von sich-bewegen-lassenden Schutzblechen, einfach rausschieben können. Das war Vadims Idee. Allerdings verlieren wir eins nach zwei Dritteln des Weges.
https://www.flickr.com/photos/spaceeducation/13792749093/in/set-72157643828549945

Kurz vor dem Ende das Sandhindernis; die Angst aller Teilnehmer. Mit Vollgas den Hang runter, um dir Kurve und... nichts. Wir fahren einfach drüber und bleiben nicht stecken; wir sind das erste Team, das das schafft. Erleichterung, und gleich darauf auch schon das Ziel. Unsere Zeit; 4 Minuten 35 Sekunden; das zweitschnellste zu diesem Zeitpunkt. Strafsekunden dafür, dass wir etwas verloren haben, befördern uns auf den dritten Platz. Ein gutes Ergebnis!
Im Anschluss ist erst einmal Mittagessen und Ausruhen angesagt. Später am Nachmittag; ein Team war schneller als wir, aber wir werden uns morgen den Platz wieder holen.
Den Rest des Tages beobachten wir die anderen Teams und bauen unsere Buggies um; die Vorder- und Hinter-Räder müssen getauscht werden. Nach einem kleinen Barbecue am Pit und einem überraschenden Regenguss vor dem wir das Werkzeug und die Buggies retten mussten, gehts ins Hotel.

Gute Nacht, bis morgen!
Mathi
https://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157643828072765/
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2014
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NASA Rover Challenge 2014
Team Germany College
www.spaceeducation.de
Mario Denzler

Go, team, go!
Huntsville/Alabama, 11.04.14

Heute ist es soweit, das erste Rennen findet statt. Doch vorher müssen die Schutzschirme und die Räder an das deutsche Moonbuggy. Das Ganze hat mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht, doch glücklicherweise verzichtet die Rennleitung auf die festgelegte Reihenfolge der Starts, sodass wir genug Zeit haben, um alles fertigzustellen.
Währenddessen kommen schon die ersten Jurymitglieder und die Fahrzeuge müssen vorgestellt werden.
Nervös bin ich auch deshalb, weil für die Telemetrie mein Smartphone an beide Fahrzeuge geschnallt worden ist, damit eine Internetübertragung zustande kommen kann. Doch auch hier läuft alles glatt, sodass es nach beiden Rennen noch intakt ist. Das Problem dabei: Anscheinend schaltet sich die Internetübertragung an meinem Smartphone nach einer bestimmten Zeit ab, was dafür gesorgt hat, dass wir für das russische Team kein Live-Video produzieren konnten.
Ein weiteres Problem sind die Schutzschirme, da bei beiden Fahrzeugen das vordere linke während der Fahrt abgefallen ist. Nur Zufall oder beschädigt durch ein bestimmtes Hindernis..?
Trotz dieser Probleme haben beide Teams eine gute Platzierung erreicht:
Team Russland (als High School Team) mit einer Zeit von 00.06.31 inklusive 30 Sekunden Strafzeit wegen des abgefallenen Schutzschirms erreicht beim ersten Rennen Platz 5.
Team Deutschland (als College Team) mit einer Zeit von 00.05.11 inklusive derselben Strafzeit erreicht Platz 4.
Bei beiden Gruppen nehmen je über 30 Teams teil. Einige Teams mussten das Rennen abbrechen, weil die Fahrzeuge schlicht und einfach zu stark beschädigt waren. Doch unser Konzept ist gut aufgegangen, die Fahrer haben eine super Leistung hingelegt.
Nun gilt es, die Schutzschirme zu reparieren oder zu ersetzen. Ich bin mir sicher, dass wir morgen das zweite Rennen auch bestehen werden.
Morgen berichte ich wieder, es wird der letzte Tag vor meinem Abflug sein.

https://www.flickr.com/photos/spaceeducation/sets/72157643828072765/
Grüsse
Mario Denzler

 
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