| Schülerberichte - 2013 |
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Sang-Jin Kim: Der erste Tag nach dem Flug fing für mich sehr früh an. Da mein Biorhythmus unverändert blieb, aber die Zeitverschiebung eintrat, stand ich automatisch morgens schon sehr früh auf . Weil die Anderen aber noch schliefen, ging ich joggen und schaute mir mal die Gegend um unser Hotel an. Es war wirklich cool zu sehen wie die Amerikaner von der Mentalität her sind und wie hier die Infrastruktur aufgebaut sind. Dabei merkte ich, dass die Leute hier viel offener sind als in Deutschland und auch die Straßen ganz anders waren. So fand ich zum Beispiel nur wenige Fußgängerwege, auf denen ich laufen konnte.
Als ich dann wieder im Hotel angekommen bin, fingen wir mit Frühstück an, das typisch amerikanisch eingerichtet war : Toast, Cornflakes, Waffeln etc. Nach dem Frühstück fuhren wir zum ersten Mal zur Moonbuggy Halle, in der wir unsere Moonbuggys lagern und aufbauen. Für uns war es überraschend wie geräumig sie war, da die Halle nicht so groß ist wie man von außen vermutet. Nichtsdestotrotz hat man innen eine Werkastatt, mehrere Hallen, eine Werkstatt, eine Küche und zwei Bäder. Außen gibt es dann noch eine Terrasse.
Den Vormittag verbrachten wir damit aus unseren Koffern die verschiedenen Moonbuggy Teile auszuräumen und auszupacken. Zwar hat das eine Weile gdauert, aber am Ende wurden wir belohnt mit einem leckerem Essen, bei dem auch unsere Freunde und Unterstützer Terry bzw. Travis teilnahmen. Ein weiterer Höhepunkt für mich und Tobias war, dass wir unseren Teambus einmal auf der Straße selber fahren durften, was in Deutschland nicht erlaubt wäre. Mit 180 PS hinter der Haube hatte das Auto schon ziemlich viel Power. Und das gab uns auch ein bisschen das „Amerika-Feeling“.
Araceli Zeller: Unser erster Halt in unserer heutigen Tour war das Eisenbahnmuseum. Dort gab es einen Zug, wo man reingehen konnte, mit Bett, einem Essbereich und sogar einer Toilette. Das fanden wir echt cool obwohl dort an sich nicht viel zu sehen war. Besonders toll war auch die Handhebeldraisine, welche aber leider angekettet war, sodass wir nicht wirklich ausprobieren konnten, wie schnell sie sich fahren lässt.
Der zweite Stopp führte uns zu einem kleinen Teich in der Stadt mit vielen bunten Fischen. Da haben wir mit Keksen die Fische gefüttert. Unter einem Tunnel haben wir ganz große Fische gesehen. Sie waren fast so groß wie Tara. Das Wetter war total schön und wir wären auch gerne länger geblieben aber wir hatten noch viel vor.
Nach diesem kurzen Aufenthalt fuhren wir Richtung Monte Sano, wo wir einen schönen Überblick über Huntsville hatten. Wir haben die Rakete und das Shuttle des Marshall Space Flight Centers sehen können. Da waren alte Antennen und ein kleiner Teich mit vielen kleinen Kaulquappen. Dort haben wir Fotos gemacht und viel Spaß dabei.
Auf dem Weg dorthin hielten wir noch vor dem Haus Jesco von Puttkamers. Der jetzige Mieter, Lucas, machte mit uns ein paar Fotos. Er war sehr freundlich. Das Haus war nicht so groß aber in einer schönen Gegend. Ich hab es mir viel größer vorgestellt.
Nach Monte Sano fuhren wir zu unseren letzten Destination: dem Tennessee River. Dort hatten wir richtig Spaß, weil das Wetter schön war. Wir lagen auf der Wiese und haben uns gesonnt. Außerdem haben wir Baseball gespielt und uns mit Wasser vom Tennessee gegenseitig abgekühlt.
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Also brechen wir früh auf, denn dieser Tag ist wichtig. Auf dem Plan steht der Start der Antares-Rakete in Wallopps-Island. Das sind 3,5 Autostunden von Washington entfernt. Die Kinder sind noch müde und wollen nicht aus dem Bett. Das ist noch der Jetlag. Also muss Yvonne mit ihnen im Hotel bleiben. Ich breche allein nach Potomac auf und muss entweder die ganze Hauptstadt durchqueren oder sie umfahren. Ich entscheide mich für das Umfahren. Zunächst geht es gut voran. Doch auf der Nordhälfte des Autobahnringes ist Schluss – Stau im Morgengrauen. In den nächsten 20 min komme ich kaum 2 Meilen voran. Schweren Herzens drehe ich an der nächsten Ausfahrt um, um den Starrtermin der Antares nicht zu gefährden. Es ist 8 Uhr und es kündigt sich ein heißer Tag an. Nach 4 langen Autostunden und einem halben Liter French Vanilla Capuchino in der Bordbar erreichen wir Wallopps Island. Das ist eine beschauliche Urlauberinsel mit Lagune im Watt. Kleine hölzerne Hotelchen mit Surf- und Tauchschule erinnern ein wenig an Ostsee-Flair der 20ger Jahre. Der Unterschied, sie sind bunter. Ohne Navi würde man hier nie ein Space Center vermuten.
Wir sind 4 Stunden zu früh, dennoch sitzen bereits eine indische Familie mit Stühlen am Ufer und ein Mann im weißem Jeep. Es ist Darrell, der Startplatz-Manager. Wir kommen ins Gespräch und stellen schnell fest, dass wir gemeinsame Bekannte am Cape Canaveral haben. Das könnte nun eine endlose Konversation werden. Aber die Kinder quengeln. Ich hatte ihnen einen Strand versprochen. Von diesem hier sind sie enttäuscht. Also fahren wir zunächst erst einmal noch zum riesigen weißen Sandstrand an den Atlantik. Aber nach 30 Minuten wird es dort ungemütlich. Es kommt ein starker Wind auf. Die Wellen peitschen hoch und es wird kühl – obwohl unentwegt die Sonne scheint. Wir entschließen uns wieder zur Rückkehr an den ruhigeren Austern-See. Der ist mit einem Male rappelvoll. Die Autoschlange reicht über den ganzen Feldweg. Überall sind Campingstühle, Fotostative und Menschen mit Piknick-Körben. Das sind die Eisenbahn-Fans der USA. Hier guckt man eben Raketenstarts. Viele reisen von weit her an. Dier andere Hälfte sind Familienangehörige der Ingenieure dort am Startplatz. Es sind Frauen, Kinder und die Großeltern. Sie alle fiebern dem Start entgegen und drücken die Daumen. Um die Versorgung mit neuesten Infos mache ich mir keine Sorgen. Jeder zweite hat ein Handy oder Walkie-Talkie mit Kontakt zu irgend jemanden dort drüben an den Schalthebeln. Wir breiten die Picknick-Decke aus, stellen die Stative auf und schon spielen die Kinder mit anderen Kindern Fangen. Ich halte mich an Darrell, den Startplatzmanager. Er ist ein alter Hase und arbeitete 30 Jahre im Shuttleprogramm. Er kommt aus Titusville am Cape Canaveral. Sein ganzes Leben hat er die Spannungen zwischen Vorbereitungsstress, Erfolgsdruck und Versagensangst eines kleinen Teiles an der komplexen Maschine bewältigt – und während der Shuttlekatastrophen auch schwere Zeiten durchlebt. Darrell ist heute die Ruhe selbst. Aufregung ist nicht zu spüren. Sein sonnengebräuntes Gesicht hat ein breites Lächeln. Er ist das ganze Gegenteil von allen anderen Besuchern an diesem kleinen jetzt hektischem Ufer. Ich mache mit ihm ein Interview. Der meiste Schweiß perlt von der Stirn des Sheriffs. So etwas hat er noch nie erlebt. Seine heile Ferieninsel war mal verschlafen und fast vergessen. Er kennt jeden hier beim Namen und dessen Geschichte. Nun drängt sich binnen 2 Stunden die halbe Welt auf diesen Acker und schaut gespannt auf die weiße Rakete am anderen Ufer des Sees. Niemand nimmt ihn ernst. Auch mit ihm komme ich ins Gespräch. Knöllchen verteilen? Zwecklos. Er ist froh wenn das alles hier wieder vorbei ist. Dann fährt er mit seinem breiten Hut und herausgelehntem Ellenbogen den Feldweg auf und ab, um wenigstens eine Art Rettungsweg frei zu halten. Rechts und links wird wild geparkt. Die Spannung steigt. Weiße Wolken steigen entlang der Rakete auf. Es wird betankt. Der superkalte Sauerstoff verdampft an den Anschlussstellen die zur Rakete führen. Es ist T-22. Die Kameras sind eingerichtet. Es werden letzte Porträts mit Rakete im Hintergrund gemacht. Die Spannung steigt weiter. Es wird nun konzentriert ruhig auf dem Feld. Was war geschehen? Die Rakete wird wie in den 50ger Jahren über einer „Nabelschnur“ mit der Außenwelt verbunden. Das ist ein Datenkabel welches die Verbindung zum Steuerungscomputer herstellt. Dieses Kabel wird 3 Sekunden vor dem Abheben gekappt und damit die Steuerung an den eigenen Rechner der Rakete übergeben. Durch den starken Wind, den auch wir mit einem Male zu spüren bekamen, löste sich eines dieser Kabel zu früh. Die Gefahr eines Fehlers bestand und deshalb wurde der Countdown abgebrochen. Es sind Sicherheitsprogramme, die in solchen Fällen alle Systeme in einer vorgezeichneten Reihenfolge auf „No Go“ herunterfahren. Darrell ist nach wie vor die Ruhe in Person. Ich spreche noch einmal mit ihm und wir sind uns nach mehreren erlebten Shuttlestarts einig, dass dieses Problem ein Mückenstich im Gegenüber dem Bibbern vor einem Space Shuttle Start ist. Man wird es lösen. Wir verabschieden uns. Den Rest des Abends kehren wir im nahegelegenen Seafood-Restaurant ein. Dort ist die Hölle los – wie mach einem Start am Cape Canaveral auf der Pier. Wir tragen nun dazu bei, dass sich Apollo-Traditionen hier manifestieren. Dies hatte uns Jesco von Puttkamer ans Herz gelegt. Der nächste Startversuch ist für den 20. April um 17 Uhr vorgesehen, also 2 Tage später. ------------------------------------------------------------------------------ Nachtrag vom 21. April 2013, 17:15 Uhr: Start war heute beim 3. Versuch erfolgreich, Payload im Orbit auf berechneter Flugbahn ausgesetzt. Beide Stufen arbeiteten erfolgreich. Der Start war ein großer Erfolg. Das war eine große Leistung! Die deutschen Medien insbesondere der Spiegel-online dürfen sich für ihre unangebrachte Zynik gegenüber dem COTS-Programm schämen. Wir wiederholen dies auch im Nachgang zahlreicher anders beobachteter Space Shuttle Starts der 2010er Jahre. Wir empfehlen einen direkten Draht für eine saubere journalistische Arbeit vor Ort zu halten, anstatt Drittinformationen unrichtig und verunglimpft weiterzugeben. Damit sägt man am eigenen Ast und gegen die Zukunft im eigenen Land.
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Nach einem langen Flug von Düsseldorf über Toronto nach New York sind wir nun endlich in Washington und gehen zahlreichen Einladungen nach. Es gilt ein 30-tägiges Programm abzuarbeiten und dabei viel Neues im Gepäck mit nach Deutschland zu nehmen. Die Highlights sind der erste Start einer Antares-Rakete vom Wallops Flight Center bei Washington, das NASA Great Moonbuggy Race in Huntsville Alabama, eine VIP-Tour am Cape Canaveral und zahlreiche Treffen im Namen unseres 10-jährigen Bestehens als International Space Education Institute. Wir laden alle Interessenten zum Lesen dieser Tagesberichte ein. Das Wetter ist gut und wir freuen uns auf spannende Ereignisse, die auch durch die jüngsten Anschläge in Boston nicht getrübt werden können. Wenn man an Raketenstarts in den USA denkt, dann denkt man an Cape Canaveral. Das Wallops Flight Center ist dagegen für den Normalbürger unbekannt und liegt weit nördlich vom Cape Canaveral auf der Höhe von Washington. Es verfügt nur über zwei Startplattformen. Diese sind aber auch wie am Cape direkt an der Küste in den Sand gebaut. Im Jahre 2005 begann die NASA das COTS-Programm anzuschieben (Commercial Orbital Transportation Systems). Man war sich nach der Wiederaufnahme des Schuttle-Betriebes nach der Columbia-Katastrophe klarer darüber geworden, dass eine wissenschaftliche Behörde nun die Transportaufgaben für die ISS an private Speditionsunternehmen weitergeben muss. Das ist die Grundversorgung mit Material, Treibstoff und Lebensmittel. Als Prof. von Puttkamer dieses Programm in der TU München im Februar 2006 vorstellte, konnten sich darunter noch wenige etwas vorstellen. Es klang zu fantastisch, gar utopisch. NASA baute sich dazu 2 Bewerber auf, welche mit einem ausgelobten Budget diese Aufgabe in Konkurrenz erledigen sollten. Man lässt es diesen Firmen offen, auch andere Lasten von Kunden in den Weltraum zu senden und Profit zu machen. Zuerst war die Firma SpaceEx mit ihrer Dragon-Rakete fertig. Es gab bereits 3 erfolgreiche Starts. Dragon fliegt bereits einen Regelbetrieb zur ISS.
Man darf sich nun nicht vorstellen, dass solche Privatfirmen einfach entstehen und von einer andvoll Verrückter mit fliegenden Kisten der Garage geleitet werden. Nein! Diese Firmen entstanden aus dem immensen Humankapital der NASA nach Beendigung der Space Shuttle Ära. Es sind Umschichtungen von Abteilungen die damit ihre Aufgaben am Space Shuttle und der Zulieferung beendeten. Das sind gewaltige Sozialprogramme um dem technischen Personal eine Zukunft zu geben. Mit anderen Worten – hier arbeiten die besten Profis der NASA weiter. Erste Sofortberichte vom Ort des Geschehens und dem weiteren Verlauf der Reise werden auf Facebook gepostet.
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Araceli Zeller: Am heutigen Tag haben wir viel gemacht und alles hat viel Spaß gemacht. Nachdem wir durch die verschiedene Unternehmen gegangen sind, haben wir mit dem Moonbuggy trainiert. Als Erstes sind wir zu einem Park mit dem Moonbuggy gefahren. Dort sind wir gefahren. Erst Tobias und ich und danach Sang-Jin und Nadin. Ralf ist aber auch mit Sang-Jin kurz gefahren. In der zweite Runde war es ein bisschen uncool, weil wir an einem Hügeln zu hoch gestiegen sind und das Moonbuggy kippte um. Zum Glück ist nichts kaputt gegangen. Während des Trainings machte Ralf Fotos. Danach sind wir wieder gefahren und haben einen unglaublichen Sprung zustande gebracht, indem wir mit viel Geschwindigkeit über den Hügel sprangen. Dieser Sprung war so hoch, dass Tobias sogar zu schreien anfing, wobei ich mich sogar kurz schwerelos fühlte. Leider ging dabei der Sitz zu Schaden. Aber dafür war es eine super Erfahrung und ein tolles Foto kam dabei auch noch raus. Danach war die Trainingseinheit leider zu Ende, aber in den nächsten Tagen werde ich versuchen mich weiter zu verbessern und das Moonbuggy richtig zu kontrollieren. Tobias Volte: Heute waren Nadin, Araceli, Sang Jin und ich zum Moonbuggytraining am Rabet. Es hat sehr viel Spaß gemacht, aber es war auch sehr anstrengend. Besonders da die Einstellung vorne nicht hundertprozentig passt, geht es extrem auf die Beine. Mit der Steuerung des Buggies komme ich schon ganz gut zurecht.Auch wenn es sehr kalt draußen war, nach einer Weile auf dem Buggy wird es ganz schön warm. Wir sind eine Runde gefahren, über die Hügel und durch den Sand. Als ich mit Araceli zusammen gefahren bin, haben wir die größten Stunts vollbracht. Einmal sind wir wegen der fehlenden Winkelsperre umgekippt und ein anderes mal ist Araceli mit dem Buggy geflogen. Danach war das Buggy ganz schön geschafft und wir mussten die Heimreise antreten. Das neue Getriebe fährt sich übrigens wesentlich besser.
Ein weiteres Highlight bietete für mich und das Team der waghalsige und ziemlich atemberaubende Sprung von Araceli über einen Skatehügel, wo sie mit Tobias auf dem Moonbuggy für einen Moment zu schweben schien. Die Landung war leider ziemlich hart und der Sitz hat auch eine Delle abbekommen, aber was tut man denn nicht alles für einen solchen Sprung und einem Foto? |
































































