| Beitragsentwicklung - test allgemein |
Elektroautos mit Flügeln
Ralf Heckel
International Space Education Institute
www.spaceeducation.de
Moskau, 11.1.2012
Unweit des IMBP wo vor wenigen Wochen das Mars 500-Projekt erfolgreich endete, werden wir von den Rolltreppen der Metro wieder ausgespuckt. Es breitet sich mitten in der Metropole eine weite Fläche vor uns aus mit Ausläufern des Flusses Moskwa. Aus irgendeinem Grund habe ich das Gefühl, dass dies der Platz sein muss, wo in den 1920ger Jahren Junkers Flugzeuge in Moskau baute. Ich hatte davon etwas in Büchern gelesen und diese dort beschriebene Landschaft passt zu der Gegend. Als wir uns mit Roman und dessen Vater treffen, bestätigt er dies auch.
Wir fahren auf das weitläufige Gelände. Alles sieht wie ein Flugplatz aus. Allerdings reihen sich hier Werkstattcontainer, abgestellte Autos und Flugzeuge nebeneinander. Es herrscht geschäftiges Treiben. Wir betreten eine kleine blaue Containerstadt. Darin stapeln sich moderne aber sehr kleine Rennwagen mit japanischen Motorradmotoren. Der Werkstattleiter erklärt, dass diese für die Rennstrecke nebenan sind und von den Moskauern rege für private Autorennen genutzt werden. Das ist ein Bastlerparadies für jeden der sich mal an richtigen Flitzern ausprobieren will. Immer wieder findet man ideenreiche technische Neuerungen beim Genauer Hinsehen.

Dann schiebt Roman stolz eine Plane beiseite. Dort steht ein etwas nach Vogelkäfig aussehendes Buggy. Es besitzt einen 15 PS Elektromotor, Batterien und einen Controller. Einfache Schalter für An/Aus und Vor- und Rückwärtsgang sind in das Armaturenbrett geschraubt. Roman zwängt sich in die Rohrkonstruktion und flitzt surrend davon. Auf dem Eis und Schnee rutscht er herum wie ein Brummkreisel. Das macht ihm sichtlich Spaß. Wir zeichnen ein Video auf.
Natürlich will ich auch in dem Elektro-Buggy sitzen und zwänge mich in den Käfig. Es geht ganz leicht. Da ist kein Anlassergeräusch. Man gibt Gas und flitzt davon. Wahnsinn!
Man ist sich einig, dass wir dieses Element und diese Werkstatt in unsere Berufspraktikums-Angebote als Auslandsmodul mit einbauen.
Nun zeigt uns Roman noch den Fliegerclub. Vier neben- und übereinander gestapelte Container ist alles was ich im Schnee sehe. Dann geht die Tür auf. Darin befinden sich ausgewachsene Werkstätten für Maschinenbau, Leichtbau und eine Nähstube. Neben den Drehmaschinen stehen 3 Ultraleichtflugzeuge. Sie besitzen je einen 4-Zylindermotor, 2 Sitze und eine kleine Pilotenkanzel. Ein Rohrgestänge aus Aluminium hält alles zusammen. Die 6-meter-Flügel aus Fallschirmstoff sind wegen den fehlenden Platzes nicht aufgebaut.

Zuerst denke ich, dass dies hier gekaufte Geräte sind und man sich mit denen ein wenig in der Luft die Zeit vertreibt – ein Fliegerclub eben. Doch nun erzählt der Vereinschef, das man in diesen 4 Containern pro Jahr 35 solcher Flugzeuge mit 5 Mann Belegschaft in reiner Handarbeit baut. Viele sind Auftragsarbeiten die in die ganz Welt geliefert werden. Eines kostet um die 20.000 Euro und alle sind mit einem Flugsicherheits-Zertifikat der deutschen Bundesregierung versehen. Dies zeit er mir stolz. Nun bin ich baff.
Während eines Rundganges durch alle 4 Container wird mir schnell klar, dass hier Profis mit Herz am Werke sind. Alles vom Sitzbezug über die Gestänge bis zum Umbau des Motors wird selbst gemacht. Roman erzählt vom BTZ in Borsdorf, unserem Moonbuggy und dem Austauschprogramm.
Schnell in sich die Flugzeugbauer einig – „Wir laden Eure Schüler hierher zum Praktikum ein. Zur Belohnung für die Besten gibt es einen 1-Tagesflug über die sommerlichen Wälder Moskaus.“
So beschließen wir bei einem herzhaften Schaschlik-Spieß das nächste Modul für unser internationales Austausch-Praktikum. Es wird über einen neuen Prototyp nachgedacht, ein Elektroauto mit Moonbuggy-Leichtbau und Deltaflügel als Elektro-Ultraleichtflieger mit Fahreigenschaften. … So etwas wäre dann schon Filmreif für James Bond!
There are no translations available. Die Deutsche Schule und das Deutsche Dorf in Moskau Ralf Heckel Moskau, 11.1.2012
Im Hotel „Bega“ (Pferderennen) schlief es sich gut. Ohne Zeit zu verlieren machen wir uns auf. Jewgeni zeigt mir den kürzesten Weg zur Metro. Dennoch werden die Leipziger Füße müde, es werden 3-4 km – für Moskau ein Bruchteil der Länge einer Haltestelle. Dann verschlingt uns das ratterne Getriebe der U-Bahn-Tunnel. Unser erstes Ziel ist die Deutsche Schule Moskau, ein Gymnasium für Kinder von Regierungs-, Botschafts- und deutschen Firmenangestellten. Auf der Anhöhe hinter den Spatzenbergen taucht die vertraute Kulisse auf, welche für Hunderte deutscher Kinder eine Heimat ist. Zwischen hochragenden Häusern fügt sich das deutsche Dorf ein. Ein Drehkreuz mit Codeschloss lässt jeden draußen, der nicht hineingehört. Dieses Gebiet gehörte einmal zur DDR und nun wohnen, arbeiten und leben die Vertreter der Bundesrepublik hier. Alles ist neu und gepflegt. Man sagt im Volksmund dazu „Nemetzki Derewnja“ (deutsches Dorf)
Nur einen Katzensprung weiter, vorbei an spielenden Kindern im Schnee, befindet sich das Verwaltungsgebäude der Firma Baugrund GmbH. Die Direktorin dort ist ehemalige Leipzigerin und verwaltet fast alles was mit Häusern und Grundstücken für deutsche Regierungsprojekte zu tun hat. Sie hat 400 Wohnungen im deutschen Dorf unter sich, Liegenschaften in Moskau, Sanierungsobjekte für deutsche Firmen und auch Grundstücke in der jungen deutsch-russischen Autobauer-Region Kaluga.
Der Tag hatte einen erfrischenden Start und war ein Beweis dafür, dass aktiven Menschen kein Stein im Weg liegt und keine Überraschung ungelegen kommt. Wir fahren ohne Mittagessen weiter zu Roman in die Elektroauto-Prototypenproduktion.
There are no translations available. Moskau 2012 von Ralf Heckel Aeroflot SU 114 nach Moskau, 10.1.2012 Das neue Jahr 2012 ist angebrochen. Es ist der 10. Januar. Das ist der letzte Feiertag in Moskau, wo das Weihnachtsfest erst 3 Tage her ist. Wie nun schon seit 5 Jahren sitze ich in dieser Zeit im Flieger gen Osten. Der Tag ist sonnig und die Aeroflot-Maschine liegt ruhig in der Luft. Das Ziel ist die Millionenmetropole und der 105. Geburtstag des Sputnik-Konsrukteurs Koroljow. Es ist fast zur Routine geworden – eine kleine Tradition herausgebildet.
Diese eine Geste löste eine Kettenreaktion aus, die ich mir damals noch nicht hätte vorstellen können. Und doch ist es nur 5 Jahre her. Mir kommt es heute bereits wie ein halbes Leben vor. Zur Familie Koroljow baute sich eine feste Freundschaft auf, welche fast wie eine Verwandtschaft ist. Unzählige gegenseitige Treffen gab es bis heute. Wir organisierten Exkursionen für die Familie Koroljow zu besonderen Raumfahrtanlässen durch die Welt, sitzen gemeinsam in der Datscha, die Kinder spielen zusammen und es gibt auch schon ein ersts gemeinsames Buch.
Dennoch fliegt heute ein wenig Trauer mit. Der agile Raketenpionier Boris Tschertok ist vor fast einem Monat verstorben. Er wurde 99 Jahre alt. Mit ihm starb der Letzte der Ersten. Er war einer der Chefkonstrukteure unserer heutigen Raumfahrt, die noch im Schuppen hinter dem Haus mit verbogenen Fahrradrahmen erste Flüssigkeitsraketen bauten. Ihm zu Ehren ist heute auch ein Grund, warum ich im Flugzeug sitze. Da schlummert noch eine wohlbehütete Überraschung in meinem Koffer…
There are no translations available. Max Frank Wie ich durch den Radsport zum Moonbuggy Projekt, vom ISEI gefunden habe. Unser Sporttrainer sprach uns einmal an, ob wir denn nicht auf dem Gelände vom Sportgymnasium ein Moonbuggy ausprobieren könnten. Doch da hatte ich noch keine richtige Ahnung, was das überhaupt sein sollte. Ein Liegefahrrad für zwei Personen und fährt auf vier Rädern. Damit wollten wir doch mal als Trainingstruppe fahren und willigten ein. Herr Gerber, ein Lehrer für Astronomie am Sportgymnasium, fädelte den Termin ein. Nun war es so weit. Am 24.03.09 rollte das Buggy auf den Hof vom Sportgymnasium. Hier stellte man uns Herr Heckel vor. Er ist der Teamleiter vom Moonbuggyverein. Nach langem erklären über den Aufbau des Moondfahrzeugs und der Funktionsweiße von der Telemetrie, durften wir selbst mal fahren. Die ersten Meter waren gar nicht so leicht das Moonbuggy zu steuern. Es ist eine gewöhnungsbedürftige Lenkung, doch machte es einen riesen Spaß. So heizten wir über den Sportplatz und zogen skeptische Blicke auf uns. Ohne ein weiteres Treffen in Aussicht, hatten wir uns von Ralf Heckel verabschiedet.
Ein Jahr später wechselte ich dann auf das Sportgymnasium wo Herr Gerber mir eine Adresse von Herr Heckel gab. So kam es zu einem ersten Treffen meines Trainingskollegen Daniel Harnisch und mir beim SEI. Ralf Heckel führte uns erst einmal herum. Anschließend stellte er uns einige Teammitglieder vor, welche da waren. Mit ihnen bauten wir bei Herr Scheuermann ein Elektronik Roulette mit LED's. Nachdem unsere LED's am leuchten waren, durfte mein Trainingskollege und ich noch auf der Teststrecke ein paar Runden fahren. Dadurch das mir dieser Tag viel Spaß gemacht hatte, kam es zu einem neuen Treffen. Der nächste Ausflug war dann in das Rohloff Werk im Fuldatal. Rohloff gehört mit zu unseren Sponsoren die uns für jedes Moonbuggy zwei Rohloff Naben zur Verfügung stellten. Das sind die besten Nabenschaltungen der Welt. Somit lernte ich mit der Zeit das Moonbuggy zu verstehen und zu schätzen, was für mich als Moonbuggy Pilot sehr wichtig ist. Was mich so weit gebracht hat, ist der große Einsatz, die Motivation, der Ehrgeiz und eine Priese inneren Antrieb. Man lernt nicht nur sich selber kennen sondern kann auch viel gute neu Eigenschaften erlernen, wenn man nur will. Ich finde, dass sind Sachen die man nirgenswo anders sammeln kann und später für das Berufsleben sehr nützlich sind.
There are no translations available. Moonbuggy-Pilotin Nadin Rößler wird heute 18
Nadin will Physik/Mathematik-Lehrerin werden. Man könnte meinen, dass dies unerfüllte Träume sind. Wer aber genauer hinschaut, der spürt, dass die zierliche Nadin es faustdick hinter den Ohren hat. Sie lässt sich kein Ziel ausreden, arbeitet beharrlich daran und ist konsequent in ihrer Organisation. Als besondere Prüfungsaufgabe für das Abitur (BeLl, Propädeutikum) sucht sie sich schwere Themen heraus, vor welchen selbst manche gestandene Wissenschaftler respektvollen Abstand halten: "Nachweis von Exoplaneten". Nadin gelang im Sommer 2011 tatsächlich der Nachweis eines Planeten außerhalb des Sonnensystemes und erstaunte damit nicht nur die Astronomen der Region. Die Abiturprüfungskommission hat Nadin noch vor sich und diese darf sich dazu warm anziehen. Beim NASA-Moonbuggy Race 2011 trat Nadin ordentlich in die Pedale und erreichte zusammen mit ihrem Fahrer Max Frank einen 5. Platz unter 80 Teams. Wohl war es weniger das Training, welches Nadin erst wenige Wochen vor dem Abflug begann, als vielmehr ihre Art sich und ein Hochleistungs-Team zu motivieren, auf ein Projektziel unter Berücksichtigung aller zwischenmenschlichen Feinheiten abzustimmen und für den Erfolg einzuschießen. Herzhaftes Lachen und durchdachte Schlagfertigkeit sind vor allem Nadins Stärken. Privat kümmert sich die Gymnasiastin liebe- und aufopferungsvoll um Familie, Freunde in Not und vor allem ihre kleine Schwester Susi. Wir wünschen Nadin Alles Gute und weiter solch einen Blick in die Zukunft im weiteren Leben wie Schule, Beruf und natürlich auch der Liebe. "Erwachsen warst Du für die Mitglieder und Berater des International Space Education Institutes bereits schon vor diesem Geburtstag. Denn man kann Dir alles anvertrauen." Nadins spektakulärstes Moonbuggyvideo |

































































