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Die Tage Mitte Februar 2013 werden sich in das globale Gedächtnis einbrennen. Nachdem erste Meldungen über den Tscheljabinsk-Meteor am Freitag Nachmittag eintrafen, wurde schnell klar, dass es sich hier um ein Naturschauspiel handelt, welches man nicht so schnell vergisst. Am Abend dann vollzog der Asterioid DA14 seinen Flyby an der Erde und zog lautlos über den wolkenverhangenen Nachthimmel. Wie zum Abschied schnitt sich gegen 23 Uhr Leipziger Zeit noch ein kleiner Meteorit durch den Himmel.

von Ralf Heckel

DA14-01

Wie aus einem Dorn-röschenschlaf wurde die Menschheit am Nachmittag des 14. Februar 2013 geweckt, als mit einem gleißenden Lichtblitz und donnerndem Knall über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor niederging. Der etwa 10 Tonnen schwere Asterioid war laut Fachangeban nur wenige Meter groß und konnte so nicht vorab geortet werden. Dennoch richtete er durch die Schockwelle einen Schaden von rund 250 Mio Euro an. Laut medienangaben sind etwa 1200 Menschen durch Glassplitter verletzt worden. 

Viele Autofahrer und Passanten hielten dieses Ereignis auf ihren Bord- oder Handykameras fest. Es sind in wenigen Stunden duzende ausgesprochen guter Aufnahmen im Internet zu finden, die alle einzigartig sind. Es wird von einer Explosion gesprochen, welche Erdbebensensoren rund um den Globus auslöste. Wer den Wiedereintritt eines Space Shuttles erlebt hat, der weiß, dass es einen lauten Doppelknall vom Schallmauerdurchbruch gibt. Da die Schallgeschwindigkeit in kälterer und höherer Atmosphäre abnimmt, gibt es beim Wiedereintritt eines Himmelskörpers je nach dessen Geschwindigkeit ein regelrechtes "aufklatschen" auf den Schall. Die immens hohe Geschwindigkeit des Projektils erzeugt dabei eine Schockwelle von ebensoimmenser Energie. Der "Knall" und die damit in Verbindung stehende zerstörerische Druckewelle rührt NICHT wie anfänglich in allen Medien beschrieben von einer Explosion her! Dieser "Supersonic-Boom" breitet sich dann hauptsächlich nach oben hin aus. Nur eine geringe Menge der Energie durchdringt die tieferen Luftschichten mit vielen Echos und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Sie war dennoch groß genug, um tausende Fensterscheiben und Türen zu Bruch gehen zu lassen und wird mit der Energie einer 20-fachen Hiroschima-Bombe verglichen. Zum Glück verteilte sich der Knall und die Schockwelle durch die hohe Geschoßgeschwindigkeit auf einen langgestreckten Zeitraum. Wäre aller Donner mit einem Male eingetroffen, dann wären die Schäden weit gravierender.

Dim lights

"Ab nun beginnt für die Menschen auf der Erde ein neues Bewusstsein für kosmische Ereignisse - was auch seine guten Seiten hat".

Während dieser Zeit arbeitete der Hobby-Astronom Henri Schulz im Norden von Leipzig noch an seinem Observatorium (www.sternwarte-kletzen.de). Er möchte gern den für den Abend angekündigten Flyby des Asterioiden DA14 aufnehmen und füttert den Computer mit frischen Daten aus Hamburg. Dies erweist sich als sehr schwierig, da keine Sternwarten-Software ein Swingby-Manöver berechnen kann. Bei einem Swingby-Manöver wird der Asterioid von der Gravitation der Erde abgelenkt und dessen Flugbahn verändert. Er zieht eine leichte Kurve in Erdnähe und fliegt in eine andere Richtung weiter. Die Wissenschaft nutzt so etwas für Sonden, um sie auf ihren langen Flugbahnen im Jupiter- oder Saturn-System zu beschleunigen oder gar zu steuern. Fieberhaft programmiert Herr Schulz deshalb und sucht sich einige Sichtfenster heraus. Doch der heitere Nachmittagshimmel über Leipzig spielt nicht mit, es zieht sich am Abend zu. Spätestens jetzt gehen alle Astronomen in die warme Stube und verfolgen das weitere Geschehen im Internet.

DA14-02

Aus lauter Ärger über die viele unnütze Pro-grammierarbeit und den wolken-verhangenen Himmel drückt Herr Schulz dennoch in seiner Sternwarte Kletzen den Auslöser und kann zur Überraschung aller die einzigen Aufnahmen des DA14 aus Sachsen machen. Noch 24h später sind im Internet nur Aufnahmen aus Australien zu finden, nicht aber aus Deutschland. Zwar ist die Bildqualität des Asterioiden-Schnappschusses durch die Wolken nicht besonders gut, aber man erkennt deutlich die 5-minütige Spur des Asterioiden. Zur Überraschung drängt sich sogar ein Kleinstmeteorit in das Bild. Wie klein der aufgenommene Himmelsausschnitt ist, kann man an der Abbildung 2 erkennen. Das kleine graue Rechteck in der vorberechneten roten Spur stellt in etwa die Größe des aufgenommenen Fotos dar. Eine so präzise Berechnung der Flugbahn des Meteoriten nach seinem Swingby-Manöver ist eine große Leistung. Einen Zusammenhang zwischen DA14 und dem Tscheljabinsk-Meteor am selben Tage gibt es nicht.  Aber es ist ein Zusammenhang zwischen dem zufällig aufgenommenen Kleinstmeteorit über Leipzig und Tscheljabinsk herstellbar. Beide Geschosse kamen aus der selben Richtung.

Mehr auf www.sternwarte-kletzen.de 

 
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